

Michael & Maya
PoolheldAntworten
-
P.S: es macht übrigens Sinn, in das Rohr zwischen Pumpe und Filter einen Durchflußmesser einzubauen, damit man auch weiß, wie hoch Durchfluss und somit Filtergeschwindigkeit sind, ansonsten arbeitet man sozusagen im Blindflug. Es gibt relativ günstige Schwebekörperdurchflussmesser (bei Amazon um 60€), die können aber prinzipbedingt nur senkrecht eingebaut werden, ansonsten Durchflußmesser mit Paddel (z.B. FlowVis), die lageunabhängig funktionieren, aber um 250€ kosten. Und für den gehobenen Anspruch elektronische Flußsensoren mit Ultraschallmessung (z.B. Badu Flowsonic, um 500€), die man in eine komplexe Poolsteuerung mit Visualisierung einbauen kann.
-
Hi…
ok, also: Du hast einen Filter von 50cm Durchmesser, d.h. der Filter hat eine Querschnittsfläche von 0.25 * 0,25* 3,14 = 0.196 m². Bei einem Wasserfluß von 10³/h ergibt sich im Filter eine Strömungsgeschwindigkeit von 10m³/h : 0,192m² = 51,02m/h. Diese Flußgeschwindigkeit ist für die Filtration viel zu hoch. Diiese Geschwindigkeit ist genau die richtige für die Rückspülung des Filters, da sollte die Flußgeschwindigkeit zwischen 50 und 60m/h betragen, um den Dreck effektiv aus dem Filter rauszuspülen. Für die Filtration ist aber eine Flussgeschwindigkeit von 20 (optimal) bis 30 (maximal) m/h zulässig, ansonsten ist der Wasserfluß so hoch, daß der Dreck gerade durch den Filter durchgespült wird, anstatt drin hängenzubleiben. Bei Deinem Beispiel müßte also der Wasserfluß reduziert werden auf maximal 5m³/h, dann würde sich eine Flussgeschwindigkeit von 5m³/h : 0,196m² = 25,51m/h ergeben, was ok wäre. Das Wasser des Pools sollte am Tag mindestens 2x, bei Außenpools besser 3-4x komplett umgewälzt werden. Daraus ergibt sich ein umzuwälzendes Volumen von 60 (2x) bis 120 (4x) m³. Bei einem Wasserfluß von 5m³/h ergibt sich also eine Filterzeit pro Tag von mindestens 12h (am besten aufgeteilt auf 3 Blöcke a 4h, oder 4x3h), besser wäre 4x umwälzen, was dann aber bedeuten würden, die Pumpe komplett durchlaufen zu lassen. Eine Filterzeit von 12h/Tag sollte ohnehin nicht unterschritten werden. Sollte aufgrund erhöhtem Badebetriebs oder verstärktem Schmutzeintrag eher 4x pro Tag umwälzen sinnvoll erscheinen, würde es Sinn machen, den Filter zu vergrößern. Ich habe z.B. bei meinem (Innen-)Pool von 50m³ einen Filterkessel von 65cm. Bei einer Querschnittfläche von 0.325 *0.325 * 3,14 = 0,33m² und meiner Filtergeschwindigkeit von 8m³/h ergibt sich eine Flussgeschwindigkeit von 8 : 0,33 = 24m/h im Filter. Bei 12h Filtration werden so 96m³ umgewälzt, was auch für Deinen Pool ein akzeptabler Kompromiß aus Flussgeschwindigkeit, Filterzeit und Umwälzvolumen wäre, der bei starkem Badebetrieb oder hohem Schmutzeintrag noch Luft nach oben bei der Filtrationszeit ließe.
Also, folgende Vorschläge:
1. Du brauchst eine Pumpe, die drehzahlregelbar ist. Pumpen mit nur einer Drehzahl bzw. Flussgeschwindigkeit sind ungeeignet. Falls Du keine neue Pumpe kaufen willst, gibt es sog. Frequenzumrichter (z.B. Aqua Forte Vario von Fluidra, um 250€), die Pumpen drehzahlregelbar machen, so daß Du die Pumpe für die Filtration bei Deinem Kessel mit max. 5m³/h und für die Rückspülung mit 10m³/h laufen lassen kannst. Sollte eh eine neue Pumpe fällig sein, wäre z.B. die Speck Badu Eco Touch Pro II (um 900€) gut geeignet. Pumpen, die nicht mit maximaler, sondern miit nur mittlerer Drehzahl laufen, sind auch deutlich stromsparender.
2. Falls Du den bisherigen Filterkessel behalten willst, mußt Du die Filtrationsgeschwindigkeit auf 5m³/h reduzieren. Die Filterzeit muß dann mindestens 12, bei höheren Temperaturen, starkem Badebetrieb oder hohem Schmutzeintrag besser 18 bis 24h/Tag betragen. Alternative: größeren 65cm-Filterkessel installieren, dann erreichst Du mit bei 8m³/h Durchfluß und 12h Filtration 96m³ Umwälzvolumen bei einer Flussgeschwindigkeit von 24m/h im Filter, was ziemlich optimal wäre und noch Luft nach oben ließe.
3. Das Filtermaterial (Quarzsand, Körnung 0.4-0,8mm ist ok, Deine UV-Anlage auch. UV-C-Sterilisation ist nicht nur sinnvoll, weil es Algen und Bakterien abtötet und den Chlorbedarf (etwas) reduzieren kann, sondern auch, weil es das einzige Mittel (außer (Teil-)Wassertausch) ist, um das sog. gebundene Chlor (Chloramine) im Wasser zu reduzieren. Chloramine entstehen, wenn Harnsttoff und andere organische Substanzen von Chlor oxidiert, d.h. gebunden werden. Sie verursachen den sog. Schwimmbadgeruch und sind schleimhautreizend (im Gegensatz zu freiem Chlor in üblicher Doierung um 1mg/l)
4. Flockungsmittel: Flockungsmittel ist notwendig, besonders bei Außenpools mit Sonnenlichteinstrahlung. Flockungsmittel macht kleinste Partikel (z.B. (Algen-)Pollen, Hautfett, Kosmetikarückstände, Harnstoff, Phosphat, Bakterien überhaupt erst filtrierbar. Ohne Flockungsmittel gehen diese Substanzen glatt durch den Filter durch, und Phosphat und Harnstoff sind ideale Algendünger. Wer klares Wasser will, braucht Flockungsmittel, und zwar dauerhaft und nicht erst, wenn das Wasser grün ist, dann ist es nämlch zu spät und es braucht dann wesentlich mehr Chemie um das Wasser wieder klarzukriegen, als wenn man vorgebeugt hätte. Am besten ist eine kontinuierliche Dosierung von Flockungsmittel über eine Dosierpumpe, mit Zugabe des Mittels unmittelbar vor der Pumpe. Nach der Pumpe sollte bis zum Filter eine Rohrstrecke von mind. 1m sein, damit das Flockungsmittel genug Zeit hat, die entsprechenden Substanzen zu verklumpen, damit sie im Filter hängenbleiben. Gibt mann das Mittel zu weit vor der Pumpe hinzu, werden die Flocken in der Pumpe wieder ‚geschreddert‘ und gehen dann zumindest zum Teil doch durch den Filter durch, ist die Flockungsstrecke zu kurz, reicht die Zeit für die Verklumpung nicht aus und die Substanzen gehen ebenfalls durch den Filter durch. In beiden Fällen ‚flockt‘ es dann im Becken, und die Flocken sammeln sich am Boden (wo man sie dann mit Poolsauger oder Poolroboter wieder entfernen muß). Sollte eine Dosierpumpe nicht gewünscht, zu teuer etc. sein, kann man auch Flockungskartuschen in den Skimmer tun, aber das Resultat ist dann nicht so gut wie bei kontinuierlicher Zugabe über Pumpe. Bastler müssen auch nicht die Bayrol Flockmatic Vario für fast 1000€ kaufen, bei Gemke-Shop gibts einfache Schlauchpumpen für um 150€. Zugabe von flüssigem Flockungsmittel ca. 5-10ml/m³ Umwälzvolumen. Das Flockungsmittel sollte Lanthan enthalten, nur dann bindet es auch Phosphat zuverlässig. Günstige Poolchemie gibts von Höfer Chemie (deutlich billger als Bayrol).
Ich hoffe, Dir mit diesen Tipps geholfen zu haben….falls Du noch Fragen hast, dann nur zu…
-
Ach so, und welches Filtermaterial (hoffentlich keine Filterbälle…) ?
-
Hi…
um helfen zu können, wäre noch interessant zu wissen, wie groß Dein Filterkessel ist? Verwendest Du Flockungsmittel? Hast Du eine UV-C-Sterilisation? Ich hatte in einem anderen Beitrag schon viel grundlegendes zum Thema Wasseraufbereitung und Algen geschrieben.
-
Noch eine Anmerkung: nach einer Neubefüllung des Pools den pH-Wert in den ersten Wochen regelmäßig (am besten täglich) kontrollieren, da der pH-Wert am Anfang stark schwanken kann. Durch Ausgasen von CO2 wird der pH-Wert normalerweise steigen, dann ist pH-Minus erforderlich, damit der pH-Wert im Bereich 7.0-7,2 bleibt. Das frische Wasser enthält auch Phosphat, das muß durch Flockungsmittel entfernt werden, weil Phosphat der ideale Algendünger ist. Sollte der pH-Wert nur schwer einzustellen sein, sollte (eigentlich ohnehin regelmäßig) die sog. Carboanthärte (auch totale Alkalinität bzw. TA-Wert) und die Calciumhärte mit Poollab2 o.ä. bestimmt werden. Zu niedrige Werte (TA<60, Calcium <100) bewirken geringe Pufferkapazität des Wassers und somit z.T starke und schnelle pH-Schwankungen. Zu niedrige TA-Wete müssen mit z.B. Alkafix (Natriumbicarbonat) erhöht werden, zu niedrige Calciumhärte z.B. mit Calciumhypochlorit.
-
Hi. Also wenn das Wasser so aussieht (das sind übrigens Grünalgen), dann ist vorher schon einiges schief gelaufen (und es liegt nicht an den Bäumen). Daher erst ein paar Worte, wie man der Algenbildung vorbeugt:
1. Der pH-Wert muß regelmäßig kontrolliert und korrigiert werden. Idealerweise durch eine automatische Dosieranlage, ansonsten (bzw. zusätzlich) durch einen elektronischen Pooltester wie Poollab2. Sog. Schütteltester sind ungenau und ungeeignet. Der pH-Wert muß zwischen 7,0 und 7,2 liegen. Bei Werten ab 7,6 wirken Flockungsmittel und Chlor nicht mehr richtig, ab einem pH von 8 fällt Kalk aus und macht das Wasser trübe, lagert sich auch an den Poolwänden an und muß dann aufwendig entfernt werden. pH deutlich unter 7 kann zu Korrosion bei Mörtelfugen und Metallen führen. Bei Abweichungen muß mit pH-Minus (meist verdünnte Schwefelsäure, pH-Wert ist meistens eher zu niedrig, besonders wenn mit Chlor desinfiziert wird, denn Chlor erhöht den pH-Wert), ggf. auch pH-Plus (Natronlauge) korrigiert werden
2. Der Gehalt an freiem Chlor muß kontinuierlich mindestens 1mg/l betragen. Auch dieser Wert sollte mit einem elektronischen Pooltester kontrolliert werden. Der Wert muß temperatur- und, falls man sog. organisches Chlor zur Desinfektion verwendet (meist bei Außenpools, sofern man keine automatische Dosieranlage hat), auch um den sog. Cyanursäurewert korrigiert werden, denn Cyanursäure bindet Chlor und verrigert daher, je nach Menge der vorhandenen Cyanursäure im Wasser, den Gehalt am freiem, wirksamem Chlor
3. Man sollte eine UV-C-Sterilisation haben. Diese zerstört Bakterien und vor allem Algensporen und spaltet sog, gebundenes Chlor (Chloramine im Wasser, entstehen wenn Harnstoff und andere org. Stoffe im Wasser vom Chlor gebunden werden. Dieses verursacht den sog. Schwimmbadgeruch und wirkt reizend auf Schleimhäute). Das gebundene Chlor kriegt man nur durch UV-C oder Teilwasserwechsel aus dem Wasser raus. Der Gehalt sollte nicht mehr als 20mg/l betragen, sonst gibts gereizte Schleimhäute (das freie Chlor reizt normalerweise nicht in normaler Konzentration).
4. Pumpe und Filter müssen richtig auf die Poolgröße ausgelegt sein, damit die Wasserflussgeschwindigkeit im Filter für eine optimale Filtration nicht zu hoch ist. Ich habe hierzu in anderen Artikeln hier mehr geschrieben
Keine Filterbälle o.ä. verwenden!!! Diese sind in hygienischer Sicht ein absolutes No-Go, Bakterienschleudern und man kann damit kein Flockungsmittel verwenden. Also Quarzsand (Körnung 0,4-0,8mm, spezieller Filtersand, nicht irgendein Sand aus dem Baumarkt) oder Filterglas verwenden
5 Es braucht unbedingt die Anwendung von Flockungsmittel. Flockungsmittel (hauptsächlich Aluminiumchlorid) bindet u.a. Phosphate (wichtigster Algendünger) und andere kleinste Partikel aus dem Wasser, indem es sie durch Verklumpung im Filter filtrierbar macht. Das Flockungsmittel sollte Lanthan enthalten, damit es auch Phosphat entfernt (ist nicht bei allen Flockungsmittel)
5. Bei Außenbecken am besten die Wasseroberfläche mit Solarfolie (schwarz oder undurchsichtig) abdecken, wenn nicht gebadet wird. Das verringert die Auskühlung des Wassers, verringert den Eintrag von organischen Fremdstoffen (Vogelkot etc = Algendünger) und verhindert Sonneneinstrahlung ins Wasser, die das Chlor abbaut und die Algen zm Wachsen bringt
6. Normalerweise sollte ken Algizid erforderlich sein, wenn man obiges beachtet, zumal die Algen gegen Algizid auch resistent werden können und die Algizide auch Probleme verursachen können. Wenn das Wasser schon grün ist, hilft Algizid auch nicht mehr, wenn überhaupt nur zur Vorbeugung verwenden und nur dann, wenn die o.g. Ma0nahmen nicht ausgereicht haben.
Ok, soviel zur Vorbeugung. Nun ist aber das Wasser grün, was nun? Man könnte natürlich einfach ein paar Seerosen und Fische ins Becken tun und es in einen Naturpool verwandeln….wenn das nicht akzeptabel ist, hilft folgende Vorgehensweise:
Kein Algizid verwenden, dafür ist es zu spät.
1. Als erstes den pH-Wert in den Bereich 7,0-7,2 bringen, sonst wirken die nachfolgenden Schritte nicht richtig
2. Schockchlorung: es wird eine Konzentraton von mindestens 20mg/l freiem Chlor im Wasser benötigt. Die entsprechende Menge Chlor kann entweder in Form von schnellöslichem, organischem Chlorgranulat (Trichlorisocyanursäure) oder in Form von langsam löslichem, anorganischen Chlorgranulat (Natriumhypochlorit) zugefügt werden. Falls man vorher schon organisches Chlor verwendet hat (meist bei Außenpools) eher anorganisches Granulat nehmen und außerdem die Konzentration an Cyanursäure im Wasser bestimmen (Poollab2), denn wenn die zu hoch ist (deutlich über 20mg/l, empfehlenswert sind für eine Reduktion der UV-bedingten Chlorzehrunng einerseits und ausreichender Menge an freiem Chlor andererseits so 10-15mg/l), wirkt das Chlor nicht richtig bzw es wird deutlich mehr benötigt. Sollte der Cyanursäurewert zu hoch sein, muß ein (Teil)wasserwechsel erfolgen. Für die Berechnung der notwenigen Konzentration an freiem Chlor, korrigiert für pH, Temperatur und Cyanursäurewert gibt es übrigens Handy-Apps, die die notwendigen Werte berechnen und abhängig von den Werten und der Situation auch Ratschläge geben. Die notwendige Dosierung muß, abhängig vom Gehalt an freiem Chlor in dem Präparat, den Empfehungen des Herstellers entnommen werden. Das Granulat sollte, bevor man es ins Becken tut, in einem Eimer mit Wasser aufgelöst werden (erst Wasser, dann Granulat in den Eimer!) und dann bei laufender Pumpe dem Skimmer zugefügt werden. Wenn man das Granulat so ins Becken tut, kann es die Beckenfarbe bzw. Folie ausbleichen. Die Zugabe sollte, besonders bei Außenpools, abends erfolgen, damit das Chlor in Ruhe über Nacht wirken kannn und nicht durch die Sonne deaktiviert wird. Zusätzlich wird Flockungsmittel zugegeben, entweder als Kartusche im Skimmer, direkt ins Becken, oder, soweit vorhanden, über die Dosierungsanlage in flüssiger Form ins Wasser. Dann die Filterpumpe 48h durchlaufen lassen. Zwischendurch regelmäßig Filter rückspülen. Danach sollte das Wasser wieder klar sein, ggf. haben sich am Beckenbogen Flocken abgestorbener Algen angesammelt, diese dann mit dem Poolsauge über das 6-Wege-Vetil direkt in die Kanalisation absaugen (also nicht Filterstellung!)
Sollte das Wasser dann immer noch nicht klar sein, die ganze Prozedur noch einmal wiederholen. Wenn das Wasser danach immer noch nicht klar ist oder die Beckenwände glitschig und voller Algen sind, Wasser komplett ablassen, Beckenwände und Boden mit geeignetem Becken-Reinigungsmittel (basisch) reinigen, ggf. Beckenwände mit Algizid abwaschen. Danach Becken wieder füllen, pH einstellen, Schockchlorung des frischen Wassers. Nach einer Schockchlorung erst wieder baden, wenn sich der Chlorwert auf normale Werte reduziert hat (um 1mg/l), das dauert normalerweise 1-2 Tage, je nach Sonneneinstrahlung.
Danach dann die o.g. Vorbeugungsmaßnahmen befolgen, damit sich das ganze nicht wiederholt.
Anmerkung: sollte man zur Desinfektion ‚Aktivsauerstoff‘ (Wasserstoffperoxid oder andere Peroxide) verwenden, ist ca alle 2-4 Wochen trotzdem eine Schockchlorung erforderlich, da das Wasser sonst früher oders später umkippt, da Aktivsauerstoff im Gegensatz zu Chlor keine Depotwirkung hat und auch schwächer wirkt.
-
Hi. Die Leitungslänge ist nicht so das Problem, wenn nötig können die Leitungen auch 50m lang sein. Entscheidender ist der Leitungsquerschnitt. Jeder Winkel erhöht auch den hydrodyanmischen Widerstand, deshalb nur so viele wie nötig, besser 90-Grad-Bögen als Winkel oder gebogenes PVC-Flexrohr. Die Förderleistung einer Pumpe wird durch hydrodynamische Widerstände
auf der Saugseite wesentlich stärker beeinträchtigt als durch
Widerstände auf der Druckseite. Der Widerstand in einem starren
Röhrensystem errechnet sich durch die Formel R= 8 * n * l / Pi * (r hoch
4) (wobei l die Länge des Rohrsystems ist, n die relative Viskosität
der Flüssigkeit (bei Wasser 1) und r der Radius des
Leitungsquerschnitts. Daraus ergibt sich, daß der Widerstand am
stärksten durch den Querschnitt bestimmt wird, denn eine Verdopplung des
Querschnitts verringert den Widerstand um den Faktor 16 (!), während
die Länge der Verrohrung nur linear in die Gleichung eingeht. Also auf der Saugseite am besten eine 63-mm-Verrohrung wählen, auf deer Drcukseite reichen 50mm. Wobei das natürlich auch stark von der Poolgröße abhängt. Für einen 10m³-Pool reichen auch 50mm saug- und druckseitig, für einen 100+ m³-Pool braucht es ggf. schon 70 oder 100mm-Verrohrung. Ein aus Gründen langer Leitungen oder vieler Winkel hoher Widerstand kann natürlich durch eine entsprechend leistungsstärkere Pumpe ausgeglichen werden, was dann aber natürlich ggf. auch mehr Strom frisst.Zur Auslegung von Pumpe und Filter ist folgendes zu beachten:
Der Filter braucht eine angemessene Größe, abhängig von der Poolgröße. Im Zweifelsfall eher überdimensionieren. Ziel muß es sein, im Filter eine Wasserflussgeschwindigkeit von nicht mehr als 20-30 m/h zu erreichen. Ist die Filtergeschwindigkeit zu groß, wird der Dreck einfach durch den Filter durchgeblasen und landet wieder im Becken. Andererseits wird für das Rückspülen des Filters eine Flussgeschwindigkeit von 40-50m/h benötigt, sonst reicht es nicht, um den Dreck aus dem Filter rauszuspülen. Das bedeutet, daß man eine frequenzgesteuerte Pumpe braucht, die verschiedene Drehzahlen fahren kann, oder, falls man keine solche Pumpe hat bzw. beschaffen will/kann braucht man einen Frequenzumrichter, der auch nicht-regelbare Pumpen regelbar macht.
Der Wasserfluß beim Filtrieren sollte so ausgelegt sein, daß das komplette Volumen des Beckens mind 3x (bei Außenpools oder hoher Badebelastung bzw. Schmutzeintrag) auch bis zu 6x pro Tag gefiltert wird.
Konkretes Beispiel von meinem Pool (8x4x1,5m, Innenpool): Volumen 48m³, also Filterleistung 3 x 48 = 144 m³/Tag. Wenn man also z.B. 16h am Tag filtern will, ergibt sich ein benötigter Wasserfluß von 144/16= 9m³/h, bei 12h Filtern 12m³/h. Kürzer als 12h pro Tag (verteilt auf z.B. 3×4 oder 4x3h-Zeitfenster) sollte man normalerweise nicht filtern (insbesondere bei Außenbecken mit prinzipbedingt höherem Schmutzeintrag durch Pollen, Staub, Blätter, Insekten, Vogelkot etc…), es sei denn, das Becken ist abgedeckt und es findet kein Badebetrieb statt. Wenn man also von z.B. einem Wasserfluß von 9m³/h ausgeht (so mache ich es), dann kann man die benötigte Filterkesselgröße ermitteln. Hierzu braucht man die Querschnittfläche des Filters. Ein 50cm-Kessel hätte eine Querschnittfläche von (A = r² * Pi) 0,25 * 0,25 * 3.14 = 0,196m². Bei 9m³/h ergibt sich eine Flussgeschwindigkeit von 9m³/h : 0,196m²= 45,9 m/h und somit zuviel. Für einen 48m³-Pool reicht ein 50cm-Kessel also nicht aus. Bei einem 65cm-Kessel ergibt sich: 0,325 * 0,325 * 3,14 = 0,33m² und bei 9m³/h somit eine Geschwindigkeit von 9m³/h : 0,33m² = 27m/h, also noch ok. Daher habe ich einen 65cm-Kessel. Bei der Pumpe muß man schauen, daß sie einen entsprechenden Fluß erzeugen kann (und zwar möglichst schon bei mittleren Drehzahlen und nicht erst bei hohen Drehzahlen, denn fürs Rückspülen muß die Flussgeschwindigkeit ja nochmal deutlich erhöht werden, außerdem spart man Strom, wenn die Pumpe nicht am Limit läuft). Also die Pumpe im Zweifelsfalls eine Nummer größer nehmen, die empfohlenen Pumpen sind oft unterdimensioniert, insbesondere wenn durch die Verrohrung mit Winkeln und ggf. längeren Förderstrecken noch zusätzlicher hydrodynamischer Widerstand dazukommt, der den Wasserfluß hemmt. Für die o.g. Konfiguration wäre z.B. eine Speck Badu Eco Touch Pro II richtig.Noch ein Wort zum Thema Filtermedien und Flockungsmittel:
1. Als Filtermedium im Filter entweder Quarzsand, Körnung 0,4-0,8mm oder
Filterglas verwenden. Keine Filterbälle o.ä. !!! Die sind hygienisch
ein absolutes No-Go und können auch nicht mit Flockungsmittel verwendet
werden. Der Quarzsand muß spezieller Filtersand sein, gewaschen und
feuergetrocknet, also nicht einfach irgendein normaler Sand aus dem Baumarkt. Nochmal: Filterbälle (u.ä. faserige Medien) und Kartuschenfilter sind ungeeignet!2. Flockungsmittel sind notwendig, wenn man klares, hygienisches Wasser haben will. Flockungsmittel machen kleinste und wasserlösliche Fremdstoffe durch Bindung und Verklumpung filtrierbar. Hautfett, Phosphate (die Algenbildung massiv fördern), Harnstoff, Reste von Kosmetika, Blütenpollen und andere Fremdstoffe, die zu klein sind, um normalerweise im Filtersand hängen zu bleiben, werden durch das Flockungsmittel erst filtrierbar gemacht und aus dem Wasser entfernt. Am besten flüssiges Flockungsmittel, das über Dosierpumpe zugefügt wird (wem das zu aufwendig und teuer ist, der kann auch Flockungskartuschen im Skimmer verwenden, aber dann ist das Ergebnis schlechter und ein Teil der Flockung findet im Becken statt, statt im Filter. Dann muß man die Flocken mit dem Poolsauger entfernen, was aber immer noch besser ist als gar nicht zu flocken)
Zugabe des Flockungsmittels unmittelbar VOR der Pumpe (aber nicht zu weit davor). Nach der Pumpe, d.h. zwischen Pumpe und Filter eine ‘Flockungsstrecke’ von mind. 1m Rohr einhalten. Das bewirkt, das das Flockunsgmittel in der Pumpe intensiv mit dem Wasser vermischt wird und danach in der ‘Flockungsstrecke’ bis zum Filter seine Wirkung entfalten und die zu filtrierenden Partikel verkumpen kann. Wird das Flockungsmittel zu weit vor der Pumpe dazugegeben, verklumpt es schon vorher, die Klumpen werden in der Pumpe wieder ‘geschreddert’ und das Flockungsmittel sowie die Partikel, die eigentlich filtriert werden sollen, gehen durch den Filter durch und landen dann wieder im Becken. Ist die Flockungsstrecke zu kurz, dann reicht die Zeit nicht zum Verklumpen und es landet ebenfalls alles wieder im Becken.
3. Desinfektion: Eine UV-C-Sterilisation ist sinnvoll, weil sie Algenwachstum verhindert, Bakterien zerstört und vor allem Chloramine (gebundenes Chlor, verantwortlich für den sog. Schwimmbadgeruch, entsteht u.a. durch Bindung von Harnstoff an Chlor) spaltet, die man sonst nur durch Wasserwechsel raus bekommt. Eine UV-C-Sterilisation ist aber nicht ausreichend. Üblicherweise wird mit Chlor desinfiziert (und ja, auch die von den Herstellern so gern beworbenen Salzelektrolyseanlagen desinfizieren mit demselben Chlor das zur Anwendung kommt, wie wenn man mit einer Dosierpumpe Chlorbleichlauge dem Wasser zudosiert (was meiner Meinung nach die sicherste und effektivste Art der Desinfektion ist). Salzwasserelektroylseanlagen sind meist unterdimensioniert und schaffen es nicht, zu Spitzenzeiten, hohen Temperaturen und UV-Einstrahlung (Außenpools, sog., Chlorzehrung durch UV-Licht baut innerhalb von 2-3h 60% des Chlors im Becken ab) in der Regel nicht, eine ausreichende Chlorkonzentration aufrechzuerhalten. Außerdem muß bei Elektrolyse das Wasser mit 0,5-1% Kochsalz versetzt werden (was bei einem 50m³-Pool zwischen 250 und 500kg Kochsalz im Becken bedeutet…). Das Salz ist korrosov und greift alle Metallteile der Technik sowie Leitern, Fittings etc. an, weswegen diese dann entweder aus Bronze oder Rotguß (teuer) oder Kunststoff (nicht dauerhaft UV-beständig) bestehen müssen. Edelstahl (V2A und V4A) wird auf Dauer angegriffen und rostet.
Wenn man dann noch den pH-Wert im Bereich von 7.0-7,2 hält (bei pH>7,6 wirken Flockungsmittel und Chlor nicht mehr richtig, bei pH>8 fällt Kalk aus und das Wasser wird dadurch trüb) und den Chlorgehalt um 1mg/l bzw. den Redoxwert um 780mV (aber abhängig von der Wassertemperatur. Je höher die Temperatur ist, desto höher muß auch der Redoxwert sein. Man kann sich aber nicht auf den Redoxwert alleine verlassen, denn der ist ein Surrogatparameter, der zwar einfacher und billiger zu messen ist, als direkt das freie Chlor im Wasser zu messen, aber träger reagiert und zahlreichen Störeinflüssen unterworfen ist. Daher auch regelmäßig das freie Chlor mit einem Meßgerät wie Poollab 2 messen), dann klappt es auch mit dem kristallklaren, hygienischen Wasser.
Ich hoffe, ich habe Dich jetzt nicht zu sehr mit Theorie erschlagen, aber die Sache ist komplex und wie immer steckt der Teufel im Detail. Die wichtigsten Stolpersteine auf dem Weg zu hygiensichem, kristallklarem Wasser sollten aber aus dem Weg geräumt sein, wenn man das o.g. beachtet.
-
Hi. Ja, das sollte gehen. Es kann höchstens sein, daß die Födermenge (geringfügig) reduziert wird. Die Förderleistung einer Pumpe wird durch hydrodynamische Widerstände auf der Saugseite wesentlich stärker beeinträchtigt als durch Widerstände auf der Druckseite. Der Widerstand in einem starren Röhrensystem errechnet sich durch die Formel R= 8 * n * l / Pi * (r hoch 4) (wobei l die Länge des Rohrsystems ist, n die relative Viskosität der Flüssigkeit (bei Wasser 1) und r der Radius des Leitungsquerschnitts. Daraus ergibt sich, daß der Widerstand am stärksten durch den Querschnitt bestimmt wird, denn eine Verdopplung des Querschnitts verringert den Widerstand um den Faktor 16 (!), während die Länge der Verrohrung nur linear in die Gleichung eingeht.
Wenn man ganz sicher gehen will, könnte man daher auf der Saugseite eine 63-mm-Verrohrung verwenden statt 50mm. Aber bei der kurzen Ansaugstrecke mit nur einem Winkel dürfte es keine große Rolle spielen. Wenn möglich eher Bogen als Winkel verwenden, da ist der hydrodynamisceh Widerstand geringer. -
Niemals Filterbälle verwenden, egal von welchem Hersteller. Filterbälle sind hygienisch ein absolutes No-Go. Die setzen sich mit Dreck zu, den man nie wieder richtig rauskriegt, wie ein alter Spülschwamm. Und ist daher ein ideales Bakterienbiotop, in dem sich Biofilme bilden in denen die Bakterien auch durch noch so viel Chlor nicht mehr zerstört werden. Außerdem kann man mit Filterbällen kein Flockungsmittel verwenden. Die einzig sinnvollen Filtermedien sind Quarzsand (Körnung 0,4-0,8mm, spezieller Filtersand, gewaschen und feuergetrocknet, nicht einfach irgendein Sand aus dem Baumarkt) oder Filterglas. Kartuschen und Filterbälle sind UNGEEIGNET! Wenn man geeigneten Filtersand verwendet, mit einem ausreichend dimensionierten Filter und Pumpe und daraus resultierend korrekter Flussgeschwindigkeit von 20-30m/h im Filter, dazu ein Flockungsmittel unmittelbar vor der Pumpe zugibt, den pH-Wert zwischen 7,0 und 7,2 hält (über 7,6 wirken Flockungsmittel und auch Chlor nicht mehr richtig) und den Gehalt an freiem Chlor zwischen 0,6 und 1mg/l, dann klappt es auch mit dem hygienische, kristallklaren Wasser.
-
Hi…
damit das nicht passiert ist folgendes wichtig (ich nehme an, Du verwendest Flüssigflockungsmittel, das durch eine Dosierpumpe zugegeben wird):
1. Zugabe des Flockungsmittels unmittelbar VOR der Pumpe (aber nicht zu weit davor). Nach der Pumpe, d.h. zwischen Pumpe und Filter eine ‚Flockungsstrecke‘ von mind. 1m Rohr einhalten. Das bewirkt, das das Flockunsgmittel in der Pumpe intensiv mit dem Wasser vermischt wird und danach in der ‚Flockungsstrecke‘ bis zum Filter seine Wirkung entfalten und die zu filtrierenden Partikel verkumpen kann. Wird das Flockungsmittel zu weit vor der Pumpe dazugegeben, verklumpt es schon vorher, die Klumpen werden in der Pumpe wieder ‚geschreddert‘ und das Flockungsmittel sowie die Partikel, die eigentlich filtriert werden sollen, gehen durch den Filter durch und landen dann wieder im Becken. Ist die Flockungsstrecke zu kurz, dann reicht die Zeit nicht zum Verklumpen und es landet ebenfalls alles wieder im Becken.
2. Als Filtermedium im Filter entweder Quarzsand, Körnung 0,4-0,8mm oder Filterglas verwenden. Keine Filterbälle o.ä. !!! Die sind hygienisch ein absolutes No-Go und können auch nicht mit Flockungsmittel verwendet werden. Der Quarzsand muß spezieller Filtersand sein, gewaschen und feuergetrocknet, also nicht einfach normaler Sand aus dem Baumarkt.
3. Der Filter braucht eine angemessene Größe, abhängig von der Poolgröße. Im Zweifelsfall eher überdimensionieren. Ziel muß es sein, im Filter eine Wasserflussgeschwindigkeit von nicht mehr als 20-30 m/h zu erreichen. Ist die Filtergeschwindigkeit zu groß, wird der Dreck einfach durch den Filter durchgeblasen und landet wieder im Becken. Andererseits wird für das Rückspülen des Filters eine Flussgeschwindigkeit von 40-50m/h benötigt, sonst reicht es nicht, um den Dreck aus dem Filter rauszuspülen. Das bedeutet, daß man eine frequenzgesteuerte Pumpe braucht, die verschiedene Drehzahlen fahren kann, oder, falls man keine solche Pumpe hat bzw. beschaffen will/kann braucht man einen Frequenzumrichter, der auch nicht-regelbare Pumpen regelbar macht.
Der Wasserfluß beim Filtrieren sollte so ausgelegt sein, daß das komplette Volumen des Beckens mind 3x (bei Außenpools oder hoher Badebelastung bzw. Schmutzeintrag) auch bis zu 6x pro Tag gefiltert wird.
Konkretes Beispiel von meinem Pool (8x4x1,5m, Innenpool): Volumen 48m³, also Filterleistung 144m³/Tag. Wenn man also z.B. 16h am Tag filtern will, ergibt sich ein benötigter Wasserfluß von 144/16= 9m³/h, bei 12h Filtern 12m³/h. Kürzer als 12h pro Tag (verteilt auf z.B. 3×4 oder 4x3h-Zeitfenster) sollte man normalerweise nicht filtern (insbesondere bei Außenbecken mit prinzipbedingt höherem Schmutzeintrag durch Pollen, Staub, Blätter, Insekten, Vogelkot etc…), es sei denn, das Becken ist abgedeckt und es findet kein Badebetrieb statt. Wenn man also von z.B. einem Wasserfluß von 9m³/h ausgeht (so mache ich es), dann kann man die benötigte Filterkesselgröße ermitteln. Hierzu braucht man die Querschnittfläche des Filters. Ein 50cm-Kessel hätte eine Querschnittfläche von (A=r²*Pi) 0,25*0,25*3.14=0,196m². Bei 9m³/h ergibt sich eine Flussgeschwindigkeit von 9m³/h : 0,196m²= 45,9 m/h und somit zuviel. Für einen 48m³-Pool reicht ein 50cm-Kessel also nicht aus. Bei einem 65cm-Kessel ergibt sich: 0,325*0,325*3,14= 0,33m² und bei 9m³/h somit eine Geschwindigkeit von 9m³/h : 0,33m² = 27m/h, also noch ok. Daher habe ich einen 65cm-Kessel. Bei der Pumpe muß man schauen, daß sie einen entsprechenden Fluß erzeugen kann (und zwar möglichst schon bei mittleren Drehzahlen und nicht erst bei hohen Drehzahlen, denn fürs Rückspülen muß die Flussgeschwindigkeit ja nochmal deutlich erhöht werden, außerdem spart man Strom, wenn die Pumpe nicht am Limit läuft). Also die Pumpe im Zweifelsfalls eine Nummer größer nehmen, die empfohlenen Pumpen sind oft unterdimensioniert, insbesondere wenn durch die Verrohrung mit Winkeln und ggf. längeren Förderstrecken noch zusätzlicher hydrodynamischer Widerstand dazukommt, der den Wasserfluß hemmt. Für die o.g. Konfiguration wäre z.B. eine Speck Badu Eco Touch Pro II richtig. Wenn man dann noch den pH-Wert im Bereich von 7.0-7,2 hält (bei pH>7,6 wirkt Flockungsmittel nicht mehr richtig) und den Chlorgehalt um 1mg/l bzw. den Redoxwert um 780mV (aber abhängig von der Wassertemperatur. Je höher die Temperatur ist, desto höher muß auch der Redoxwert sein. Man kann sich aber nicht auf den Redoxwert alleine verlassen, denn der ist ein Surrogatparameter, der zwar einfacher und billiger zu messen ist, als direkt das freie Chlor im Wasser zu messen, aber träger reagiert und zahlreichen Störeinflüssen unterworfen ist. Daher auch regelmäßig das freie Chlor mit einem Meßgerät wie Poollab 2 messen), dann klappt es auch mit dem kristallklaren, hygienischen Wasser. -
Hallo,
klar kann das Wasser auch bei ausgeschalteter Wärmepumpe durch die Wärmepumpe laufen, allerdings kann es, insbesondere wenn die Leitungen zu/von der WP lang sind, sinnvoll sein, stattdessen den Bypass zu nutzen, weil dann die Umwälzpumpe weniger belastet wird und auch weniger Strom verbraucht. Wenn der Durchfluß durch die WP während des Betriebes der WP gedrosselt wird, sollte das normalerweise auch kein Problem sein, es kann jedoch sein, daß die WP dann nicht ihre volle Leistung erreicht, weil bei geringem Fluß der Temperaturanstieg des Wassers bei Durchlauf durch die WP zu hoch sein kann. Da solltest Du mal in die Spezifikationen der WP schauen, welcher Durchfluß empfohlen wird.
-
Hallo,
was Deine Dosieranlage in mV anzeigt, ist nicht die Chlorkonzentration, sondern das sogenannte Redoxpotential. Chemisch gesprochen beschreibt das Redoxpotential die elektrische Spannung zwischen einem Halbelement und der Standardwasserstoffelektrode in (Milli)Volt. Es ist ein Maß für das Oxidations- bzw. Reduktionsvermögen eines Redoxsystems. Das Redoxpotential ist ein Maß für die Oxidationsfähigkeit und somit das Keimabtötungsvermögen Deines Beckenwassers.
Diese Oxidationsfähigkeit hängt nicht direkt mit Chlor zusammen. Auch wenn Du zur Desinfektion statt Chlor (egal ob in Form von Chlorbleichlauge, Chlortabletten oder Salzwasserelektrolyse) Brom oder Aktivsauerstoff (also Wasserstoffperoxid) verwendest, wird das Redoxpotential entsprechend ansteigen. Der notwendige Wert für eine ausreichende Keimabtötung (innerhalb von 30 Sekunden) ist abhängig von der Wassertemperatur sowie dem pH-Wert des Wassers. Je höher das eine oder das andere ist, desto höher muss auch der Redoxwert sein. Bei pH 7 und Temperaturen unter 30°C sollten es mindestens 750mV sein, bei höheren Temperaturen oder einem pH-Wert über 7 steigt der notwendige Wert an (mindestens 780mV, ggf. mehr, je nach Werten).
Die Verwendung des Redoxwerts hat den Vorteil, dass die Bestimmung einfacher und billiger ist als die direkte Chlormessung und auch bei anderen Desinfektionsmitteln als Chlor funktioniert. Der Nachteil ist, dass der Redoxwert ein sogenannter Surrogatparameter ist, der nicht direkt den Chlorwert angibt, sondern einen Hilfsparameter. Der Redoxwert ist zudem diversen Störeinflüssen unterworfen (z.B. Belastung des Wassers mit organischen Substanzen verringert ihn) und reagiert auch deutlich träger als die Messung des Chlorwerts. Es gibt also keinen direkten Zusammenhang zwischen Chlorwert und Redoxpotential und daher auch keine Umrechnung. Der Redoxwert ist lediglich ein Hinweis darauf, ob die Desinfektionskapazität ausreichend ist. Da er im Gegensatz zu einer direkten Chlormessung recht träge auf Chlordosierung reagiert, kann eine trägheitsbedingte Unter- oder Überdosierung des Chlors durch eine Dosieranlage nicht ausgeschlossen werden.
Teurere Dosieranlagen haben daher drei Messelektroden: für pH, direkten Chlorwert und Redoxpotential. Eine pH- oder Redoxelektrode kostet etwa 100€, eine Chlorelektrode etwa 250€. Die Firma Pooldigital bietet unter dem Namen „Violet“ eine relativ preisgünstige (im Vergleich zu Bayrol und Speck) Poolsteuerung inklusive direkter Chlormessung an (Bayrol etwa 7000€, Speck ähnlich, bei Pooldigital komplette Poolsteuerung und Dosierung rund 2000€ inkl. Pumpen, Messzelle, Elektroden und Zubehör).
Es ist also auf jeden Fall nötig, neben dem Redoxpotential über die Dosieranlage auch den Wert an freiem Chlor im Wasser regelmäßig zu messen, am besten mit einem elektronischen Pooltester wie dem PoolLab 2. Dieser kann insgesamt 24 Wasserwerte messen (u.a. auch den Cyanursäure-Wert, wichtig, falls man sogenannte organische Chlordesinfektion verwendet, sowie den TA-Wert (totale Alkalinität oder Carbonathärte) und die Calciumhärte des Wassers, die ebenfalls regelmäßig gemessen werden sollten, da sie für die pH-Stabilität des Wassers wichtig sind). Schütteltester und Teststreifen sind nicht genau genug, und ein Pooltester misst photometrisch präzise und kostet nur etwa 150€. Zum Tester gehört eine Handy-App, die die Werte schon direkt entsprechend pH und Cyanursäure umrechnet und auch Dosierungshinweise gibt. Es gibt aber auch im Internet entsprechende Umrechnungstabellen und Apps, die das erledigen.
Beim direkt gemessenen Chlorwert muss berücksichtigt werden, dass man diesen entsprechend dem aktuellen pH-Wert sowie der Cyanursäure-Konzentration im Wasser (soweit man sogenanntes organisches Chlor zur Desinfektion verwendet) korrigieren muss. Sollte man Chlorbleichlauge über ein Dosiergerät verwenden, spielt dieser Wert normalerweise keine Rolle, sofern man nicht zusätzlich organisches Chlor in Tablettenform zugegeben hat (was bei einem Außenpool zur Stabilisierung des Chlorwerts gegen UV-bedingte Chlorzehrung durchaus Sinn machen kann). Sollte man mit Chlortabletten oder Granulat arbeiten, so handelt es sich fast immer um organisches Chlor (genauer gesagt um Trichlorisocyanursäure). Diese bindet einen Teil des Chlors, schützt das Chlor vor UV-bedingtem Abbau und stabilisiert den Chlorwert in Außenpools (ansonsten würden sich bei Sonneneinstrahlung binnen 3 Stunden 90% des Chlors im Wasser buchstäblich in Luft auflösen).
Man muss wissen, dass der pH-Wert im elektronischen Tester bei einem pH von 6,4 gemessen wird. Wenn dabei z.B. ein Wert von 1 mg/l (bzw. ppm) gemessen wird, dann ist bei dem angestrebten pH-Wert im Wasser von 7 nur noch ein aktiver Chlorwert von 0,78 mg/l verfügbar. Bei steigendem pH-Wert nimmt dieser Wert rapide ab und die Desinfektionsleistung verschlechtert sich entsprechend (es würde also entsprechend mehr Chlor benötigt). Außerdem ist die Wirkung des Flockungsmittels in hohem Maße pH-abhängig. Aus diesem und anderen Gründen (mögliche Beschädigung des Pools bei stark abweichenden pH-Werten) ist die Einhaltung des korrekten pH-Werts zwischen 6,8 und 7,2 absolut essentiell für sauberes, klares, hygienisches Wasser. Wenn organisches Chlor verwendet wird, muss der Wert an freiem Chlor zur Bestimmung des für die Desinfektion verfügbaren aktiven Chlors noch um den Cyanursäurewert korrigiert werden. Es wird eine Cyanursäurekonzentration im Wasser zwischen 10 und 20 mg/l angestrebt. Darunter kann das Chlor durch UV-Einstrahlung zu sehr reduziert werden, darüber wird zu viel freies Chlor an Cyanursäure gebunden und steht dann nicht für die Desinfektion zur Verfügung.
Wenn der gemessene Wert von 1 mg/l freies Chlor im Messgerät also entsprechend dem pH-Wert von 7 auf 0,78 korrigiert wurde, muss er z.B. bei einem Cyanursäure-Wert von 20 mg/l noch mal auf rund 65% davon, also 0,507 mg/l, reduziert werden. Da in Schwimmbädern Werte an aktivem Chlor von mindestens 0,3-0,6 mg/l empfohlen werden (bei 30°C Wassertemperatur mindestens 1 mg/l), kann also ein gemessener Wert von 1 mg/l, der dem Anschein nach ausreichend ist, in Wirklichkeit schon recht knapp sein. Besonders wenn bei einem Außenpool bei hohen Temperaturen, UV-Einstrahlung und verstärktem Badebetrieb im Sommer der Eintrag an organischen Substanzen und Bakterien einerseits und der Chlorverbrauch infolge UV-Einstrahlung und Verbrauch durch Desinfektion andererseits eine hohe Belastung des Wassers entsteht.
In diesem Zusammenhang kommt es auf eine effiziente Filtration und Flockung an. Für klares, hygienisches Wasser sind eine Flockung (am besten über eine Dosierpumpe mit Zugabe direkt vor der Pumpe oder zwischen Pumpe und Filter) sowie ein ausreichend dimensionierter Filter unerlässlich. Beispiel: 50 m³ Pool, 80 cm Filterdurchmesser; 30 m³ Pool: mindestens 50-60 cm. Zudem ist eine frequenzgesteuerte, regelbare Pumpe notwendig. Für eine effiziente Filterung wird eine Fließgeschwindigkeit im Filter von höchstens 30 m/h angestrebt, sonst wird der Dreck einfach durch den Filter gespült und landet wieder im Pool. Für die Rückspülung des Filters ist hingegen eine Fließgeschwindigkeit von 50-60 m/h erforderlich, sonst wird der Filter nicht richtig sauber. Daher ist eine regelbare Pumpe mit ausreichender Leistung unerlässlich. Hier wird oft unterdimensioniert, und dann wundert man sich über trübes Wasser mit Algen etc.
Ich weiß, das war jetzt viel Theorie auf einmal, aber die Materie ist komplex und der Teufel steckt wie üblich im Detail. Ich hoffe, dies hat geholfen, und falls noch Fragen sind, könnt Ihr Euch gern an mich wenden. Ich sollte erwähnen, dass ich von Beruf Intensivmediziner bin und eine Weiterbildung in Klinikhygiene habe, die auch Trinkwasser- und (Schwimm-)Bäderhygiene und Wasseraufbereitung umfasst, und mich daher auf dem Gebiet gut auskenne.
-
Letzte Bearbeitung 9 months aktiv. von
Thomas.
-
Letzte Bearbeitung 9 months aktiv. von
-
Hallo,
wir hatten beim Bau unseres Hauses (mit Innenpool) dasselbe Problem, war aber vorher schon dank Bodengutachten bekannt, das das Grundwasser nur 1.5m unter Geländeoberkante steht. Die Lösung ist eine sog. Grundwasserhaltung, d.h. das Grundwasser wird durch zwei Brunnen an den entgegengesetzten Ecken der Baugrube (das waren bei uns einfach je zwei Betonringe (3 Stück übereinander gestapelt, wie man sie auch für Kanalisation etc. verwendet) mit je einer starken Tauchpumpe drin, mit einem Schlauch im Feuerwehrformat dran. Die Pumpen liefen während der Bauphase des Kellers (der als sog. weiße Wanne gebaut wurde) bis zur Verfüllung der Baugrube wochenlang. Das Wasser konnte bei uns glücklicherweise in einen kleinen Bach, der über unser Grundstück fließt und in einen kleinen Fluß mündet, der zu großen Teilen um unser Grundstück herum fließt, eingeleitet werden. Das hat wunderbar funktioniert, hat uns aber (bei unserem Erdbauer) 6000€ gekostet, sowie 1090€ für ein entsprechendes wasserrechtliches Gutachten unseres Bodengutachters. Diese Maßnahme ist nämlich genehmigungspflichtig bei der zuständigen unteren Wasserbehörde und durch das Gutachten muß u.a. nachgewiesen werden, daß die temporäre Grundwasserabsenkung nicht zu setzungsbedingten Schäden bei umliegenden Gebäuden führt und die Einleitung des Wassers in Gewässer keine Probleme verursacht. Da unser Grundstück sehr groß ist (über 12000m²), war der Abstand zu Nachbargebäuden entsprechend groß und das daher kein Problem. Die wasserrechtliche Genehmigung hat bei unserer Behörde dann nur 250€ gekostet und ging in wenigen Wochen durch (ich hatte mich vorher über das Procedere bei anderen Bauvorhaben informiert und gehört, das andere für die entsprechenden Gutachten und Genehmigungen teilweise einige Tausend Euro bezahlt haben). Einen der Brunnen haben wir behalten und benutzen ihn jetzt zur Wassergewinnung für unser Grundstück. Bei unserem Grundstück kam zusätzlich noch hinzu, daß es bei uns keine öffentliche Kanalisation gibt und wir daher eine eigene sog. vollbiologische Kleinkläranlage einbauen mußten und darüber unser Abwasser (auch das vom Schwimmbad) in den Fluß einleiten dürfen, was ebenfalls ein wasserrechtliches Genehmigungsverfahren und zig technische Nachfragen der Wasserbehörde bzgl. der vom Schwimmbad abzuleitenden Wassermengen, der Art der Desinfektion etc. nach sich zog, aber glückliccherweise auch zügig und ohne Probleme durchging, unsere Wasserbehörde (Landkreis Schmalkalden-Meiningen) war da glücklicherweise zügig und sehr entgegenkommend.
Man kann sowas sicher auch selber machen, aber Probleme können mit der Ableitung der Wassermengen auftreten, denn da kommen durchaus größere Mengen zusammen, und wenn man das in die Kanalisation einleiten muß, weil nicht wie bei uns ein Bach, Fluß etc. zur Verfügung steht, dann kann das teuer werden. Ob man den korrekten Weg mit der wasserechtlichen Genehmigung, Gutachten und entspr. Kosten gehen will, muß jeder selbst entscheiden, aber wenn es z.B, durch die Absenkung des Grundwassers zu Setzungsschäden an umliegenden Gebäuden kommt und/oder die Nachbarn die Aktion den Behörden melden, könnte es ziemlichen Ärger geben.
Bei einer kleineren Baugrube (unsere hatte eine Grundfläche von rund 200qm) kann es evtl. auch ausreichen, an einem oder zwei Rändern der Baugrube einen Graben auszuheben, der ca. 50cm tiefer ist als die Baugrube und das dahineinlaufende Wasser abzupumpen, bis die Bodenplatte und/oder die Wände des Beckens betoniert und isoliert sind. Ich hoffe, das hat geholfen. Falls Du noch Fragen zum Proceder hast, sag Bescheid.
-
Michael & Maya
Mitglied29. Mai 2024 um 9:56 in reply to: Pumpe mit Saugseite 50mm und Druckseite 38mmKlar ist das möglich und auch sinnvoll, da der größere Durchmesser den hydraulischen Widerstand, der durch die Länger der Leitung, Knicke, Winkel, Ventile etc. entsteht reduziert. Es wäre allerdings die Frage, ob die Pumpe und der Filter für den verwendeten Pool ausreichend ausgelegt sind. Hierzu bräuchte ich genauere Angaben zu Pool, Pumpe und Filter. Ich habe auch unter der Frage zur Dosieranlage einiges zur Auslegunf von Pumpen und Filtern geschrieben.
-
Hallo…
‚die Sonden sitzen mittig im Rohr’…Ich hoffe doch, Du meinst damit nicht, daß die Sonden mittig im Hauptwasserrohr sitzen, wo der gesamte Wasserfluß vom Filter zu den Einlaufdüsen durchgeht? Die Meßsonden gehören in einen Bypass der Hautpleitung, in der nur einer geringer Wasserfluß durchgeht, so um 10-50 l/min. Wenn die Meßelektroden im Hauptwasserstrom sitzen, zeigen sie erstens ungenaue Werte an und zweitens wird durch den starken Wasserfluß ruckzuck das Elektrolyt aus den Sonden rausgewaschen und die Sonden sind dann binnen Wochen bis wenige Monate hin. Wenn die Elektroden in einem Bypass mit geringem Fluß sitzen, können sie durchaus 2-3 Jahre halten, was auf die Dauer eine Menge Geld spart und außerdem genauere Ergebnisse liefert (was ggf. noch mal Geld für weniger Chemie spart). Das Meßwasser für den Bypass sollte übrigens optimalerweise VOR dem Filter, also zwischen Pumpe und Filter entnommen werden. Grund: im Filter bildet sich nach einiger Zeit ein Biofilm aus Bakterien, die beim Durchlauf des Wassers durch den Filter einen Teil des Chlors verbrauchen, so daß der Chorgehalt des Wassers nach dem Filter niedriger ist als im Becken. Die Firma Gemke-Shop bietet z.B. einen Meßwasserbypass mit zwei Meßzellen und allem Zubehör für den Anschluß für 136€ an.
Was den pH-Wert des Wassers angeht: nach dem Neubefüllen des Beckens dauert es zwei bis drei Wochen, bis sich der pH-Wert des Wassers stabilisiert, weil in diesen Wochen Kohlensäure aus dem Wasser ausgast und der pH-Wert dadurch steigt. Daher muß in dieser Zeit öfters pH-Minus zugegeben werden. Da die Chlorbleichlauge ebenfalls basisch ist, erhöht sie den pH-Wert kontinuierlich, so daß normalerweise nur pH-Minus und pH-Plus nur in seltenen Fällen (sehr weiches Wasser beim Füllen oder viel Regeneintrag (Regen hat einen pH von um 5.5)) notwendig sein sollte. Wenn der pH-Wert sich nur schwer senken läßt oder instabil erscheint, sollten der Wert für die totale Alkalinität (TA-Wert, auch Carbonathäte genannt) sowie die Wasserhärte (auch Calciumhärte gennant) mit dem Poollab gemessen werden. Der TA-Wert sollte zwischen 80 und 160 mg/l liegen (bei Beton- und Fliesenpools eher um 160). Ist er zu niedrig, kann er mittels Natriumhydrogencarbonat (Backnatron) oder (besser) Natriumbicarbonat (wirkt weniger pH-hebend als Nariumhydrogencarbonat) angehoben werden. pH-Minus