Poolbau 3.0 – Grundstück auf links

Bau dir ein Haus, hamse gesagt! Das ist ein Lebensprojekt, hamse gesagt! Pustekuchen – bau dir einen Pool, das ist dein Lebensprojekt, erst recht wenn du zum dritten Mal einen baust. Aber egal, auf geht’s zum Poolbau 3.0 – jetzt sollst richtig werden.

Wir sind die Goldhausens und wohnen im schönen Westerwald. Schon vor über 30 Jahren entstand in unserem Garten der erste eingelassene Rundpool mit 4 Metern Durchmesser. Dieser wurde im Jahr 2011 durch einen eingelassenen achtförmigen Stahlwandpool ersetzt. Da dieser nun aber massiv renovierungsbedürftig war, standen wir vor der Frage, den vorhandenen Pool mit viel Aufwand renovieren oder noch einmal einen Neuen mit noch mehr Aufwand zu bauen. Und wir wären nicht wir wenn wir uns nicht für den Weg mit dem größten Widerstand entschieden hätten – der Neubau.

Hier ein paar Bilder von 2004 bis 2018

Der Pool 1.0 im Jahr 2004
Der Pool 1.0 im Jahr 2004
Der Pool 1.0 im Jahr 2004
März 2011 – Projekt Poolbau 2.0 startet
Alles der Reihe nach
Terrasse sieht schon wieder gut aus
Teich aus Beton, hier kommt der Pool hin
Der Bagger verwüstet alles
Trümmergarten
Neue Bodenplatte fertig
Der Pool steht
Pumpe läuft auch
Spätsommer 2011: Poolbau 2.0 fertig
Sommer 2018: Poolbau 2.5 – Das Holz muss Steinen weichen

Der Plan:

  • Alter Pool raus
  • Loch vergrößern
  • neuer Styroporpool mit 8×4,5 und Treppe rein

Tiefe des neuen Pools 1,25 Meter (warum? Einzelne Familienmitglieder sind nur knapp über 1,50 Meter und wachsen auch nicht mehr ;-)).

Hört sich einfach an, isses aber nicht wirklich. Denn im Rahmen des Neubaus soll auch fast der komplette Garten überarbeitet werden.

Ausgangslage: Ein Träumchen – unser 7,2×4,6 Meter großer Achtformpool schimmert im Sonnenschein und lädt bei 30 Grad Wassertemperatur zum Baden ein. Jetzt mag man sicher denken „alter, warum soll DER weg?“. Weil er eben renovierungsbedürftig ist und das massiv. 

Bevor es aber an den Pool geht, starten wir auf der Terrasse. Oberhalb unseres Hauses werden im Mai 2022 neue Verrohrungen in die Erde gebracht. Diese brauche ich später im neuen Technikhaus. 

Zeitgleich werden die und unschönen alten Hangsteine durch neue Mauersteine ersetzt. Diese Bild setzt sich dann auch am neuen Pool fort.

Jetzt geht es dem Bestandspol an den Kragen. Wasser ablassen, ausbauen und Rückbau. Eigentlich würde man ja denken, dass das Loch für den neuen Pool, der nur ein wenig größer ist gar nicht so viel größer werden muss…aber er ist eben nicht mehr Achtförmig sondern eckig.

Ergebnis: Drei Tage baggern und seeeehr viel Material mit einem Radlader zwischenlagern. Dann ist es aber geschafft. Die neue Grube ist fertig. Im nächsten Schritt geht es an die neue Bodenplatte.

Hinter dem neuen Pool soll ein Poolhaus entstehen. Eigentlich wollte ich dort auch die Technik unterbringen, aber leider wurde ich von meiner Familie sanft überstimmt. Also kommt die Technik in ein zweites Kleies Technikhaus oberhalb des Pools. Hinter dem Pool entsteht also im Oktober 2022 das neue Poolhaus…ohne Technik ;-).


28. Oktober 2022 – Die Bodenplatte

Nach dem großzügigen Abriss beginnt heute der Wiederaufbau – die Bodenplatte wird gegossen, Größe 5,1 Meter auf 8,7 Meter LVB Beton C25/30 mit einer Konsistenz von F6. Bisschen schwierig war dabei, dass die Bodenplatte vom alten Pool darunter erhalten bleiben soll und dass die Endhöhe der Poolrandsteine schon fix ist, aufgrund der umgebenden Mauern. Also war es elementar wichtig, die Höhe der neuen Bodenplatte richtig zu bestimmen. Ich hoffe dies ist mich nach stundenlangem Messen gelungen.

Zwei Bodenabläufe wurden noch mit eingebaut und fixiert (Dazu komme ich gleich noch mal). Da ich möglicherweise einen Angstzuschlag bei der Betonbestellung mit abgegeben hatte, habe ich noch eine Schalung für das neue Technikhaus gebaut, um dort den eventuell übrigen Beton hineinzugießen.

Aber wie kommt der Beton ins Loch? Tja, da wollte ich auf die riesige Pumpe verzichten und wie haben einen Betonspielplatz mit großer Rutsche gebaut. Wichtig dabei ist, dass diese massiv ist…Beton ist sehr schwer. Die Länge der Rutsche beträgt 15 Meter bei einem Höhenunterschied von 2,5 Meter. Mit einer Konsistenz von F6 sollte das aber flutschen. Am unteren Ende der Rutsche wurde noch ein verstellbares Bauteil angebraucht, um den Beton zumindest in einem gewissen Radius direkt verteilen zu können. Und klar, da ganze Rutschbahn wurden noch mit Folie ausgekleidet, sonst flutscht nicht viel.

Dann war es soweit – der LKW kommt. Innerhalb von einer Stunde ist alles erledigt und was soll ich sagen? Es war genau richtig auf die Pumpe zu verzichten. Die Rutsche hat perfekt funktioniert. Gut, der selbst der Betonwagen-Fahrer hat Fotos von der Konstruktion gemacht und meinte, er hätte schon viele Rutschen gesehen, aber eine 15 Meter lange noch nie ;-). Insgesamt war die berechnete Menge mit Angstzuschlag völlig passend, so dass die Bodenplatte und die Platte des Technikhauses komplett betoniert werden konnten.

Ein Poolbau ohne Fehler wäre aber kein Poolbau, daher hier die Fehler des Betonier-Abschnitts:

  • Wenn ihr Stopp sagt, dann heißt das Stopp! Der Komplette Beton wurde ins Loch gelassen, so dass wir am Ende rund 1cbm mit Eimern wieder raus schaffen mussten und in die Schalung für das Technikhaus geben mussten. Unnötige Arbeit!
  • Wenn ihr einen oder gleich mehrere Botenabläufe verbaut, fixiert die Rohre und die Abläufe richtig am Untergrund und füllt alles mit Wasser randvoll. Ich habe zwar beides getan, aber wohl nicht richtig. Rohre und Abläufe sind mit Einfüllen des Betons wie Treibgut nach oben geschwommen. Leitungen waren wohl auch nicht mehr voll und der Fliesenkleber mit dem ich am Tag zuvor alles fixiert hatte wollte nicht halten. Was also tun? Steine drauf fand ich keine gute Idee, da sich die nur sehr schwer wieder rausbekomme. Also haben wir drei Eimer voll mit Wasser auf die Rohre gepackt und nur auf die Abläufe Steine. Die Eimer konnte ich am Tag danach problemlos entfernen und die Lücke verspachteln. Am Ende ist alles gut gegangen, aber wieder mal unnötige Arbeit.
  • Wasserdichte Gummistiefel! Meine waren alt und porös, sodass ich am Ende des Tage Betonfüße hatte. Hab ich erst gemerkt als der Beton ein wenig anzog und es immer schwerer wurde, die Zehen zu bewegen ;-).

Zum Schluss kein Fehler, aber das mit Abstand wichtigste bei der Bodenplatte: Messen, messen, messen! Die Platte muss sitzen, das erspart extrem viel Arbeit im Nachgang. 

Die nächsten Schritte:

  • Einfassung Pool weiter bauen
  • Technikhaus errichten
  • Styroporsteine/Treppe setzen und verfüllen
  • Pool innen verputzen
  • Pool außen verfüllen
  • Randsteine kleben
  • Pflasterarbeiten Pool
  • Technik anschließen
  • Flies und Folie rein – Wasser marsch
  • Hang Poolhaus abfangen
  • Pflasterarbeiten Poolhaus

Die Reihenfolge der einzelne Bauabschnitte ist noch offen. Es ist noch viel zu tun!

Ziel: Anbaden im Mai 2023 ;-).

Recommended2 LikesVeröffentlicht in Bau und Planung, Heldenreise

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Kommentare

  1. Hey Björn,
    wow, wie schön, dass du „sanft überstimmt“ wurdest und ein so großes Projekt ansteht.
    Das wird eine spannende Heldenreise – das sieht man jetzt schon.
    Sehr schöner Garten und es scheint auch viel Platz zu geben!
    Vielleicht könntest du die Bodenplatte schräg verlaufen lassen. Dann hast du einen tiefen und einen flachen Bereich?
    Hast du auch die anderen Poolprojekte zufällig mit Bildern dokumentiert? Das wäre sicher auch spannend zu sehen zumal das wirklich richtig schön aussieht – also, aussah 🙂
    Gruß
    Thomas

    1. Hey, so is es in einer Familie halt…ich bin nur die ausführende Kraft. Der neue Pool ist schon da, daher gibts keine Optionen für einen flacheren und tieferen Bereich. Zumal wir im basaltreichen Westerwald wohnen und ab 50 Zentimeter Tiefe blauer Basalt kommt. Als Fundament super, zum Auskoffern die Hölle. Hatte ich schon viel Spaß mit. Wir sind quasi steinreich ;-). Hätte damals (2011) eigentlich schon sprengen müssen :-).

      Haben auch damals schon alles dokumentiert. Werde die Bilder bei Gelegenheit mal noch ergänzen, dann bekommt man ein Bild vom Projekt 2011 🙂

  2. Wow Respekt Björn jetzt zum dritten Mal einen Pool zu bauen. Habe schnell mal gerechnet…. 2011 bis 2022 macht 11 Jahre … heißt ich habe noch 9 Jahre mit meinem Achtformpool vor mir
    Nee Spaß beiseite. Darf ich trotzdem mal fragen was über die Zeit so gelitten hat, dass eine Restauration nicht mehr wirtschaftlich oder sinnvoll ist?
    Vielleicht kann ich davon ja was lernen und an den aus Eurer Sicht neuralgischen Punkten zukünftig ein Augenmerk zu legen.
    Und mit Deiner Erfahrung im Poolbau wird dieser neue Rechteckpool bestimmt perfekt
    Freue mich schon auf Deine zukünftigen Berichte.
    Gruß Mario

    1. :-)…naja, der erste wurde damals einfach wirr in die Erde eingelassen. Folie war dann kaputt, klein, flach…es musste also was größeres her. Der achtförmige Pool als solches war noch voll ok. Hätte wahrscheinlich die Folie bald tauschen müssen. Größtes Problem war, dass die Hinterfüllung an manchen Stellen nachgegeben hat. Eine Sanierung wäre zwar möglich gewesen, hätte aber auch einiges an Zeit und Geld gekostet. Also haben wir beschlossen, nur noch einmal einen Pool zu bauen, aber richtig :-).

      Das was mich am 8er Pool immer am meisten genervt hat war das mühselige abdecken. Das ist bei rund, oval oder eckig deutlich entspannter…zumindest bei einer aufliegenden Solarplane. Bei ner Komplettabdeckung is es natürlich wurscht .

      Liebe Grüße