Das Abenteuer Poolbau beginnt 

Hallo in die Runde,

nachdem ich hier bereits so viel zum Thema Poolbau lernen durfte, habe ich jetzt auch den Schritt gewagt mich anzumelden, um meine Erfahrungen während meiner Poolheldenreise zu teilen. Ich stehe noch am Anfang der Reise und hoffe das Ziel pünktlich zur Badesaison 2024 zu erreichen. 

Noch im Frühjahr 2023 stand bei uns im Garten ein großer Kirschbaum. Beim Rückschnitt fielen mir Risse in den Ästen auf. Der hinzugerufene Baumpfleger bestätigte einen Pilz im Holz der den Stamm zersetzte. Der Baum musste weg…


Plötzlich hatten wir ein riesiges Loch im Garten. (leider nur ein optisches) Noch bevor der Stamm entfernt war stand der Plan vom Pool. Weg mit den kleinen, schnell verschmutzenden und ewig platten Planschbecken. Einen Frame Pool wollte ich mir auch nicht in den Garten stellen – etwas hübscher sollte es schon werden. Also erstmal mit Zollstock und Schnüren in den Garten und die passende Form gesucht. Wie groß soll er sein? Wie gelingt es, dass die Nachbarn nicht direkt auf den Pool gucken?

Am Ende haben wir uns für einen Rundpool (Stahlwand) mit 4,60m Durchmesser und 1,20m Höhe entschieden. Nachdem mir ein Arbeitskollege die Seite von Poolsana empfohlen hatte, habe ich mich dort umgesehen und ein passendes Set gefunden. Das kam dann auch prompt und steht jetzt auf seinen Einbau wartend in der Garage. Die Folie liegt natürlich im warmen Keller. 

Wir wollten keinen bodengleichen Pool, um unbeabsichtigtes hineinstolpern der Kinder auszuschließen und die Menge an Bällen und Dreck im Wasser etwas zu reduzieren. Komplett oberirdisch sollte er aber auch nicht sein, also halb in die Erde eingelassen. 


Gute 13 Kubikmeter Erde wollten von Hand bewegt werden. Wir haben zum Glück sehr lockeren Sandboden. Eigentlich also kein Problem, wären da nicht die Wurzeln vom alten Kirschbaum gewesen… 

Um nicht zu viel Erde abfahren zu müssen, haben wir das Beet hinter dem Pool mit Winkelsteinen abgefangen und aufgefüllt. Zum Pool hin habe ich gleich eine Mauer aus Schalsteinen gesetzt. Eine Magerbetonschicht hinter der Poolwand wäre mir zu schwach gewesen und so konnte ich auch die Erde schon anfüllen bevor der Pool steht. Die neu gepflanzten Sträucher brauchen noch eine Weile, werden dann aber hoffentlich zum Sichtschutz. 


Da wir Stahlwand und Folie erst im Frühjahr aufbauen werden, bekommt auch die restliche Wand der Grube noch eine (flachere) Wand aus Schalsteinen. Im Winter kann so nichts einfallen und ich habe direkt ein Fundament für die geplante Verkleidung der Poolwand. Vorher wird aber noch geschottert. Wie man auf dem Bild sehen kann, bin ich rechtzeitig auf die Videos von Thomas gestoßen und habe mir ein Leerrohr für den Bodenablauf gelegt. Ich werde auf die Bodenplatte aus Beton verzichten und mit dem System aus Hartschaumplatten arbeiten. Auch das wurde mir von Kollegen empfohlen. Darauf dann eine Lage Vinyl, um Abdrücke im Hartschaum zu vermeiden. Das kommt aber alles erst im nächsten Jahr wenn das Wetter besser wird. 

Ich werde den Winter nutzen und mich näher mit der Technik beschäftigen. Ein paar Videos habe ich noch vor mir und danach werde mir auch Gedanken zum Aufbau des Technikhäuschens machen. Der Weg zur Garage ist mir zu lang und da fehlt auch der Platz. Ich werde daher etwas direkt neben dem Pool bauen und hoffe, dass das eine Heldentat wird. Zeit zum Planen habe ich ja durch den anstehenden Winter genug.

Vielleicht noch ein kurzer Ausblick auf die Technik. Neben dem Filter soll auf jeden Fall eine UV Lampe installiert werden. Den späteren Anschluss einer Wärmepumpe werde ich auch vorsehen. Dazu eine ph-Dosierung. Chlor aus dem Kanister zu dosieren ist mir irgendwie zu heikel, da bleibe ich lieber bei den Tabletten. Die Pumpe soll einen Frequenzumrichter bekommen. Ich frage mich gerade noch ob eine zweite Einlaufdüse im unteren Bereich der Beckenwand Sinn macht und ob ich Beleuchtung fest einbaue oder einen Magnetscheinwerfer einsetze. Für den Magnetscheinwerfer bräuchte ich die Folie nicht zu durchdringen, hätte aber ein frei liegendes Kabel, das sich ggf. nicht mit einem Pool Roboter verträgt. Ich bin sicher auch auf diese Fragen noch Antworten zu finden. Für’s erste soll es das gewesen sein. Als nächstes heißt es Schotter fahren… 


Der Pfahl markiert die Mitte. Die aufgeschraubt Latte fungiert als Zirkel. So habe ich mir ständiges messen beim mauern gespart. 

Wer im Sommer baden will, muss halt im Winter bauen… Das habe ich mir immer wieder gesagt, während ich im Regen Schotter gefahren, gerüttelt und betoniert habe. Dank der Schalsteine hat die Baugrube den Winter über durchgehalten. Viel mehr ließ sich dann aber doch nicht machen. Ich konnte noch die ersten Lagen Randsteine setzen damit die Rasenfläche wieder sauber eingefasst war, danach wäre alles zur Schlammschlacht geworden. 

Die Winterpause habe ich intensiv genutzt, um mir über meine Pooltechnik Gedanken zu machen. Das wird aber eine separate Heldentat. Ich brauchte den genauen Rohrleitungsverlauf, um mit dem Bau des Technikhäuschens beginnen zu können. Man hört zwar immer “Platz ist in der kleinsten Hütte”, aber wer das sagt, hat scheinbar noch nie Pooltechnik geplant. 😀 

Mit der Hoffnung auf besseres Wetter habe ich dann im März die Baustelle wieder aufgenommen und muss ich sagen wie oft ich im Regen gestanden habe…? Immerhin steht der Rohbau für den Technikraum. Seit heute sind auch der Split und die Hartschaumplatten für den Boden drin. Dann musste ich wegen Regen und Hagel abbrechen. Ich hoffe ich kann die Baustelle bald abschließen, damit das Wetter endlich besser werden kann 😊. 


Bei strahlendem Sonnenschein ging es dann weiter. Zuerst kam der Vinylboden rein. Ich habe mich für günstiges Vinyl aus dem Baumarkt entschieden. Es gab gerade ein passendes Angebot das deutlich günstiger als die “offiziellen” conzero Platten war. Zuschnitt war mit Cuttermesser, Laminatschneider oder Stichsäge kein Problem. Für meinen Bodenablauf habe ich ein Loch in den Hartschaumplatten gelassen und ihn dort mit Beton auf Höhe des Vinylboden fixiert. 


Als nächstes kam die Stahlwand rein. Ein Kollege riet mir dazu den äußeren Umriss der Wand am Boden mit Schrauben zu markieren, die ca. 2cm aus dem Boden stehen. So verliert die Bodenscheine beim einbringen der Stahlwand nicht die runde Form, da die Schiene gegen die Schrauben stößt. Das einbringen der Wand hat dann mit Hilfe gut funktioniert. Eine Person hält das schon stehende Stück der Wand und steckt zur Stabilisierung grob die Elemente vom Handlauf auf, eine zweite rollt die Wand ab und eine dritte steckt die Wand in das Bodenprofil. Lief super. Zum Schluss noch das Bodenprofil so kürzen, dass zwischen den Wandenden ca. 5mm Abstand sind und die Verbindungsschiene einschieben. Und noch Klebeband drauf, um die Folie vor den Kanten von Stahlwand und Steckprofil zu schützen. 


Nächstes Etappenziel erreicht.


Dann kam das Vlies rein. Ich habe das Vlies in das Becken gelegt und am Rand bis zur Oberkante des Bodenprofils nach oben gezogen. Um zu wissen wo ich schneiden muss, habe ich mit einen weißen Ölkreidemarker die Oberkante vom Profil auf dem Vlies markiert. Die Kante kann man gut durch das Vlies spüren.


Den Rand habe ich dann mit Gewebeklebeband umlaufend fixiert. Ebenso die Stöße vom Vlies. Ich dachte erst ich müsste das Vlies zusätzlich mit doppelseitigem Klebeband fixieren damit es besser liegt und beim einbringen der Folie nicht rutscht. Das hat sich beim verlegen und glatt ziehen aber eher als hinderlich herausgestellt. Ich habe dann einfach immer die Kante vom Vlies erst mit Gewebeklebeband am Boden fixiert und dann die nächste Bahn auf Stoß dagegen geklebt. 


Den Bodenablauf findet man zu Glück leicht unter dem Vlies. Den Ausschnitt habe ich minimal größer gemacht, damit auch bei leicht rutschendem Vlies später nichts auf der Dichtung liegt. 


Das Wasser steht noch vom letzten Regen im Ablauf. Gummidichtung unbedingt aufkleben bevor die Folie eingezogen wird. 

Die Öffnungen für Skimmer und Einlaufdüse waren zum Glück schon ausgeschnitten. Sicherheitshalber die Kanten nochmal mit Zinkspray behandeln. Zusätzlich habe ich ein Loch gebohrt und mit einer flachen Linsenkopfschraube einen Punkt für die Erdung gebastelt. Von innen dann nochmal Zinkspray und Gewebeklebeband drüber, um die Folie bestmöglich zu schützen. Von außen habe ich ein Kabel mit einer Flügelmutter befestigt, das später an den Erdungspunkt angeschlossen wird.


Und schon war es Zeit für die Folie. Es sollte wirklich nicht zu warm sein, die Folie wird schnell weich. Ideal sind wahrscheinlich 20 Grad bei bewölktem Himmel. Ich habe zwar bei passender Temperatur, aber starkem Sonnenschein eingebaut. Der Vinylbelag und die Folie heizen sich so stark auf, dass man kaum darauf laufen kann. An den Stellen die im Schatten liegen bleiben kleine Falten in der Folie, während an den direkt beschienenen Stellen alles schön glatt wird. Ich vermute bei bewölktem Himmel kommt die Folie gleichmäßiger auf Temperatur und glättet sich do auch gleichmäßiger. 


Ich habe die Leiter auf Reste von Hartschaumplatten gestellt, um die Folie zu schützen. Sobald das Wasser einläuft beginnen die aber aufzuschwimmen. Also schnell die Leiter raus, bevor sie im Becken zu schwimmen beginnt und umfällt.

Bei ca. 5cm Wasserstand habe ich dann den Bodenablauf eingebaut. Die Schraublöcher durch die Folie zu ertasten ist nicht ganz einfach, aber möglich. Ich habe sie dann mit der Spitze vom Schraubendreher mit leichtem Druck markert ohne die Folie zu durchstehen. Nachdem die ersten beiden Schrauben gegenübergesetzt befestigt sind geht der Rest ganz leicht. Nach der Verschraubung dann das Cuttermesser anzusetzen und die nagelneue Folie einzuschneiden ist ein komisches Gefühl. Zum Schluss die Abdeckkappe drüber und das Wasser kann einlaufen. Nächste Schritte dann beim Wasserstand 20cm unterhalb der Einlaufdüse.

Der Einbau von Einlaufdüse und Skimmer nach Anleitung lief bis auf eine fehlende oder verloren gegangene Schraube recht einfach. Die Technik in Betrieb zu nehmen hat dann leider doch ein paar graue Haare gekostet. Ich hatte leider mit einigen Undichtigkeiten zu kämpfen. Befürchtet hatte ich die an den Klebestellen, aufgetreten sind sie an Verschraubungen von Kugelhähnen, Tauchhülsen und der UV-Entkeimungslampe. Zum Technikhaus schreibe ich hier aber noch eine separate “Heldentat”. Inzwischen ist der finale Wasserstand erreicht, der Filter läuft und der Ph-Wert passt. Die Stoßchlorung steht mangels Chlor noch aus. Ich hoffe auf kurzfristige Lieferung und anbaden am kommenden Wochenende.


Was zum Badevergnügen neben etwas höheren Wassertemperaturen noch fehlt ist die Leiter. Der Pool ragt etwa 70cm aus dem Boden, so dass ohne Leiter nichts geht. Ich plane ein Podest zum Einstieg. Auch wenn das noch dauert, musste die Leiter schonmal fixiert werden. Ich habe mich für ein Podest aus Schalsteinen entschieden und die Leiterholme dort einbetoniert. Da das Podest gepflastert wird, die Schrauben zur Fixierung der Holme aber bündig mit der Pflasterfläche liegen sollen, habe ich mit 160er KG-Rohr das Fundament im Bereich der Halterungen etwas nach oben gezogen. 


Stirnseitig werden später die Treppenstufen angesetzt. Links vom Podest wird noch eine Dusche installiert. Bis das alles fertig ist wird es noch etwas dauern. Auch die Umrandung vom Pool muss wartet noch auf Fertigstellung. Immerhin kann ich mich demnächst nach getaner Arbeit schon im Pool erfrischen. Was will man mehr?! 

Recommended3 LikesVeröffentlicht in Allgemein, Bau und Planung

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Kommentare

  1. Hey Christian,
    ein hervorragendes Poolprojekt, was du da startest. Super, dass deine Vorbereitungen für dich gut funktioniert haben. Es zeigt sich, dass Dank Internet doch der Poolbau für den nächsten Poolhelden immer “leichter” wird. Zumindest, was die Erfahrungen anderer angeht.
    Beim lesen hätte ich dir schon direkt YouTube-Links zu Videos schicken können. Ich denke aber du wirst, wie du schon sagst, die Videos finden.
    Ganz allgemein halte ich das hier bereit https://TomTuT.de/MeinPool als Ratgeber und Videosammlung.
    Ich freue mich, dass du hier deine Heldenreise dokumentierst und bin ganz gespannt, wie die Reise weitergeht.
    Ganz lieber Gruß
    Thomas

  2. Hi Christian,
    Danke für deine Geschichte bis hierher. Kurze Info bzw Erfahrung meinerseits. Ich habe ehrlich gesagt vieles verschlafen und musste nun im Nachhinein schon ich das eine oder andere noch realisieren kann.
    Poolscheinwerfer; ich habe keinen eingebauten sondern “nur” einen Magnetscheinwerfer. Habe sie Installation in einer Heldentat beschrieben.
    Poolroboter und Lampe kommen sehr gut miteinander klar.
    Ich würde jedoch einen Scheinwerfer von Anfang an in den Pool einbauen. Die Folie einzuschneiden und abzulichten ist sehr gut möglich. Der Magnetscheinwerfer ist für mich immer nur eine Notlösung, die aber sehr gut funktioniert ….
    Gruß Mario

  3. Hi
    sehr schöner Anfang! Zur Pool Beleuchtung kann ich nur sagen, ich hab sie weg gelassen. Strom und Wasser zusammen mag ich nicht. Auch wenn es bei anderen natürlich funktioniert 🙂 ich beleuchte lieber den Bereich um den Pool. Macht auch was her !

    Viel erfolgt noch !

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