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  • Welche Sandfilteranlage?

    Posted by Alina on 31. März 2022 um 11:35

    Guten Tag,

    mein Partner und ich haben letztes Jahr mit dem Projekt Poolbau angefangen. Nun sind wir seit paar Wochen uns zwecks Sandfilteranlage am informieren. Wir haben leider total unterschiedliche Meinungen gehört und würden uns freuen, wenn uns hier jemand helfen kann. Uns wurde eine Anlage von 230 Euro, von einem anderen Geschäft wurde uns eine für 1400 Euro empfohlen. Wir suchen schon nach einer hochwertigen und wollen da auf keinen Fall sparen. Suchen also eine Anlage, die preislich dazwischen liegt.

    Pool: 3m x 2m x 1,50m

    Wir haben einen Skimmer und 2 Einlaufdüsen. Die Anlage wird in der Garage stehen. Der Weg von Garage zu Skimmer und zu den Einlaufdüsen beträgt jeweils 10m. Wir wollen auf der Garage Heizpaneele installieren, sodass das Wasser auch nochmal 2m in die Höhe schaffen muss. Da wurde uns von allen eine selbstansaugende Anlage empfohlen. Wir sind komplett neu auf diesem Gebiet und freuen uns über jeden Tipp den wir erhalten.

    Die weitere Frage die ich hätte: Kann jede Anlage mit den Filterbällen betrieben werden. Haben schon viel positives darüber gehört.



    Würden uns sehr über hilfreiche Tipps und Tricks freuen.

    SteveMartok hat geantwortet 7 months, 3 Wochen aktiv. 6 Poolhelden · 6 Antworten
  • 6 Antworten
  • Jonas

    Mitglied
    31. März 2022 um 16:56

    Hallo Alina und Max,

    also 1400 Euro muss es sicherlich nicht sein für die Poolgröße 🙂

    Im Grunde kann ich euch mal Links zu zwei verschiedenen Kategorien schicken, was die Marke der Pumpe anbelangt. Die Anlage wäre jeweils die, die für eure Größe relevant wäre. Selbstansaugend sind alle beide bis 1m über Wasserspiegel selbstansaugend sind. Grundsätzlich ist es für die Pumpe aber immer besser wenn die Luftstrecke in der Leitung so kurz wie möglich ist. Bei der genannten Länge der Leitung sollte die Pumpe zudem in eurem Fall eher bestenfalls auch unter dem Wasserspiegel stehen. Weil die Saugleitung so lang ist würde ich zusätzlich die Pumpe eher auch etwas größer dimensionieren:

    1) Kategorie 1 (mit Speck-Pumpe; preislich höchste Kategorie; der Markenname Speck ist führend im Bereich der Poolpumpen); https://www.poolsana.de/sandfilteranlage-pro-prime-300/speck-pp-7

    2) Mittlere Kategorie (mit Aqua Plus Pumpe): https://www.poolsana.de/sandfilteranlage-pro-400/aquaplus-8-poolsana-edition-anthrazit

    Diese Kategorien stecken für euch zur Orientierung ungefähr den Rahmen was den Preis angeht für eure Poolgröße ab, recht viel drüber braucht ihr nicht zu gehen (egal wo ihr letztendlich kauft).

    Die Unterschiede zwischen verschiedenen Pumpen-Marken könnt ihr zudem auf dieser Oberseite nachlesen, wenn es euch interessiert: https://www.poolsana.de/poolzubehoer/sandfilteranlage

    Hinsichtlich Filterballs: Grundsätzlich können alle marktüblichen Sandfilteranlagen erfahrungsgemäß auch mit Filterballs betrieben werden, im Zweifelsfall würde ich mich aber auf die Anleitung des konkreten Modells beziehen 🙂

    Grüße und viel Erfolg weiterhin mit eurem Pool-Projekt!

    Jonas

  • SteveMartok

    Mitglied
    1. April 2022 um 13:01

    Hallo und guten Tag,

    Faustformel für die richtige Filteranlage ist, dass der Wasserinhalt des Pools im Sommer mindestens zwei Mal am Tag komplett gefiltert wird, besser wäre jedoch drei Mal, vor allem im Hochsommer. Eine Umwälzung des Wasserinhalts in einem Zeitraum von drei bis vier Stunden ist möglichst anzustreben. Die tägliche Filterlaufzeit sollte also entsprechend in etwa bei 8 bis 12 h täglich liegen. Es macht hier übrigens keinen Sinn, eine stärkere Pumpe zu nehmen und zu denken, diese braucht ja nur zwei Stunden für ein Mal Umwälzen, dann bin ich nach 6 h durch und spare Strom! Diese Vorstellung ist falsch, denn das bedeutet im Umkehrschluss, dass das Wasser da 18 h unbewegt rumsteht und das ist schlecht fürs Wasser.

    Wichtig ist immer, dass die Pumpe passend zum Filterbehälter gekauft wird. Dabei geht es vor allem um die sogenannte Filtergeschwindigkeit, also wie schnell das Wasser etwa den Filtersand durchströmt. In der angehängten Tabelle kann man ablesen, welche Pumpen sich an welchen Filterbehältern am besten eignen:


    Für die 9 m³ Wasserinhalt wäre auf den ersten Blick eine SFA wie die von Jonas verlinkte Pro-Prime 300 mit Speck PP7 ok…Nun aber das große ABER: Die Menge an Filtersand beträgt bei diesem Filterbehälter 20 Kg…und 20 Kg Filtersand kann man im Poolbereich eher als Spielzeug betrachten, dass muss leider so gesagt werden! Dazu passt auch die Pumpe gar nicht dazu. Bei 8 m Wassersäule Gegendruck (Referenzwert im Poolbereich) hat die PP7 eine Förderleistung von 6 m³/h…schaut man sich das mal in der Tabelle an, hat man eine Filtergeschwindigkeit von ca. 85 m/h….das Wasser wird quasi durch das bisschen Sand ,,geschossen“, die Filterwirkung ist so alles andere als optimal bis gar nicht gegeben und unter Umständen wird sogar Sand in den Pool geblasen!

    Aus diesen Gründen kann man für Pools eigentlich keine Filteranlagen unter 50 Kg Sand und einen 400 mm Filterbehälter empfehlen.

    Auch die zweite SFA ist nicht optimal, hier hat man zwar 50 Kg Sand, aber die Pumpe leistet 8 m³/h bei 8 m Wassersäule…dabei kommt eine Filtergeschwindigkeit von ca. 64 m/h zustande, das ist auch einfach zu schnell, Schmutz kann so nicht im Filterbett hängen bleiben!

    Ich würde daher einfach zu einer bewährten Kombi raten mit 400 mm Filterbehälter für 50 Kg Sand und einer Pumpe mit 6 m³/h bei 8 m Wassersäule, das wäre eine AquaPlus6 oder eine Speck Magic 6 oder etwas in der Art.

    Was die Verrohrungs-Länge angeht, auch hier möchte ich meinem Vorredner widersprechen: Nur weil dort 10 m hin und auch wieder zurück an Leitung sind, muss man keine stärkere Pumpe anschaffen, denn diese bedeutet ja auch, dass man mehr Stromverbrauch hat! Stattdessen empfiehlt es sich eher immer, die Leitungen zu optimieren, also keine Riffelschläuche verwenden, sondern PVC-Rohr bzw. Flexschlauch, mindestens 50 mm, saugseitig könnte man auch auf 63 mm gehen…das hat einen wesentlich größeren Effekt als einfach eine stärkere Pumpe, da man so den Strömungswiderstand des Wassers verringert! Man kann das auch mit einer schleifenden Bremse am Auto vergleichen…hier ist ja auch nicht die Lösung, einfach mehr Gas zu geben.

    Zu Filterballs sage ich mal nichts weiter, nur so viel: Wenn diese so toll sind, warum haben Schwimmbäder diese nicht im Einsatz?

  • Andreas

    Mitglied
    5. April 2022 um 10:00

    Moin,
    Ich Persönlich bin Praktiker und entscheide viel aus dem Bauch heraus, sehr oft liegt mein Bauchgefühl richtig und ich kann in eurem Fall meinen ähnlichen Fall vortragen 🙂
    Vor Jahren habe ich einen Sandfilter vom Toom Baumarkt für 99€ dem Kartuschen Filter vorgezogen und bin Damit sehr gut gefahren (erste Erfahrungen auf diesem Gebiet gesammelt) , die Filterleistung war für mich OK und der Pool machte mir Freude,
    Dann von diesen Filterballs gehört und mit gedacht: Toll damit wird Das Waser noch besser . . . naja, meine Persönliche Erfahrung damit ist : Ja, das Wasser wird kurz besser und dann Schreien die Balls nach Pflege, daher auch der Text in der Werbung das man sie Waschen kann, das habe ich einmal gemacht und wusste das will ich nicht öfter im Jahr machen und das muss man meiner Erfahrung nach mit einem oft Offenem Pool und viel Pollen in der Luft, das ich etwas Falsch gemacht habe möchte ich nicht ausschließen.
    Habe mir Kurzer Hand Filterglas passend zu dem Billig Filter besorgt und war sofort Begeistert von der Leistung meiner Baumarkt Pumpe ( welche aber in dem Jahr leider anfing komische Geräusche zu machen), wie bei Sand durch Rückspühlen zu Reinigen und gefühlt mehr Druck an der einlassdüse.
    Herbst 2019 noch mal Rückgespühlt , das Wasser aus dem Kessel gelassen und eingelagert, Frühjahr 2020 wieder in Betrieb genommen alles Klasse bis auf die nervige Pumpe, aber sie hatte mir noch geholfen Erfahrungen in Sachen Einwintern von Kleinanlagen zu Sammeln.
    Juli 2020 dann eine Pro 300 von Poolsana gleich mit neuem Filterglas kommen lassen.
    https://www.poolsana.de/sandfilteranlage-pro-300/aquaplus-4-poolsana-edition-anthrazit
    Zum Setup: 2020 Lief die Pumpe an einem 7m³ Quickup und 2021 an einem 10m³ Framepool und ich hatte noch nie so sauberes Wasser, ist dann doch ein Riesen Unterschied zwischen Baumarkt und vermeidlich Größerer Marken Pumpe mit Filterglas.
    Diese oben aufgeführten Erfahrungen sind schon gemacht worden, viel Spaß beim eigene Erfahrungen Sammeln 😀

  • Mario

    Mitglied
    6. April 2022 um 13:30

    Hi, auch meine 5 Cents hierzu.

    Im ersten Jahr hatte ich einen Intex Frame Pool. Im Paket war der olle Kartuschenfilter. Den habe ich aber gar nicht verwendet sondern eine günstige SFA gekauft. Für den Frame Pool war das ausreichend. Letztes Jahr habe ich diese SFA auch für meinen Achtformpool verwendet. Das war leider nicht mehr ausreichend. Das Wasser ist mir einmal etwas gekippt und der grünliche Belag am Boden ist durch die SFA durch. Für dieses Jahr habe ich auf einen 400mm Filterkessel aufgerüstet. Ebenso eine Speck Pumpe mit 7qm/h … ich bin mir sicher, dass das eine deutliche Verbesserung sein wird. Im großen und ganzen war das letzte Jahr mit dem kleinen Kessel uns Sand in Ordnung, stößt aber dann schnell an seine Grenzen.

    Filterballs fand ich interessant, aber ohne Rückspülen kann ich mir das nicht vorstellen. Ich teste für mich dieses Jahr Filterglas.

    Gruß Mario

  • Heiko

    Mitglied
    15. April 2022 um 10:31

    Hmm, wenn ich mir so die Antwort von SteveMartok durchlese, frage ich mich, ob die Sandfilteranlagen von Poolsana dann eventuell vielleicht doch nicht ganz so optimal zusammen gestellt sind?!

    Ich plane nämlich auch einen Pool, habe dazu auch eine separate Frage bei Planung gestellt und wollte eigentlich eine Sandfilteranlage bei Poolsana bestellen. Jetzt bin ich mir aber ein wenig unsicher, ob das Set denn dann überhaupt optimal wäre.