Indoorpool – nix selbst gemacht – Heldentat?

Zunächst mal Danke an Tom für die Einladung und Inspiration, unser Projekt hier vorzustellen. Wir haben unseren Haus- und Poolbau bereits bei Instagram gezeigt und auch wenn es keine DIY-Heldentat war, war es ein Kraftakt an Planung, Auswahl und Koordination von Gewerken und ein dennoch nicht pannenfreies Unterfangen mit unerwarteten Hindernissen, Verzögerungen und unverhofften Lösungen. 

Für das Schwimmbad/Wellness-Projekt haben wir letztendlich diese Gewerke miteinander abstimmen und größtenteils selbst suchen, ausverhandeln, beauftragen und beaufsichtigen müssen, was leichter klingt als es ist: 

  • Beton- und Kellerbaufirma: Beton-Rohbecken aus Beton-Fertigelementen inclusive Beton-Einstiegstreppe, Kriechkellerebene mit Beckenumgang
  • Schwimmbadbaufirma: Schwimmbadtechnik inclusive Planung und kompletter Verrohrung, Lüftungstechnik, Schwimmbadfolie, Whirlpool, Gegenstromanlage
  • Herstellerfirma der Schwimmbadtechnik: Erprobung und Auswahl der Gegenstromanlage
  • Stuckateur: dampfdichte und wärmedämmende Isolierung von Wänden und Decken, Konstruktion eines abgehängten Deckenkanals für die Entlüftung
  • Estrichleger: Zementestrich, nix auf Gips-Basis im Schwimmbad!
  • Heizungsbauer: Verlegung der Fussbodenheizung
  • Heizungs- und Sanitärinstallateur: Duschinstallation, Wasserhähne, Anschluss von Lüftungs- und Schwimmbadtechnik an die hauseigene Heizungstechnik
  • Schwimmbad-Fachplaner – JA leider erst in dieser Reihenfolge: Freigabe und letzte Optimierung der Planung, Abstimmung der Gewerke Fliesen/Schwimmbadtechnik/Stuckateur und „Kopf hinhalten“
  • Fliesenleger Nummer 1-4: huuaaaa… die Fliesen des Grauens!   (zuvor Gespräche mit weiteren 4 Fliesenlegern, Ihr glaubt garnicht wie dreckig die lachen und wie mitleidig die gucken können, wenn man nach Fliesenarbeiten für ein Schwimmbad fragt)
  • Elektriker: Raumbeleuchtung, Verbindung von Beckenbeleuchtung mit der Raumbeleuchtung über Smart-Home-Steuerung
  • Dampfbadhersteller: Planung und Einbau des Dampfbades 
  • Stahlbaufirma: Geländer für Einstiegstreppe und Stahlgitterabdeckung und Treppe für Zugang zum Beckenumgang im Kriechkeller
  • Herstellerfirma Duschabtrennung: Einbau der Dusch-Schiebetüre 
  • Glaserei: Einbau der Glastür zum Schwimmbad
  • Schreiner: Einbaumöbel im Vorraum/Schleuse vor dem Schwimmbad 
  • Jeff B’s Versandhandel: goldenes Hirschgeweih
  • eigene Fotoproduktion: Wandbilder 

Wir nennen hier erstmal keine Namen. Der Technik-Hersteller OSPA wird auf den Fotos allerdings klar erkennbar und an ISO Plus Dämmung+Dampfsperre kommt man eigentlich auch nicht vorbei. Bei Fragen zu allen anderen geben wir auf Nachfrage Empfehlungen oder auch Warnungen weiter. 

Die Idee und Vorüberlegungen – Kindheitstraum und Selbststudium zum Projektentwickler

Der Wunsch nach einem eigenen Indoorpool ist fast so alt wie ich und ist schon in Kindheitstagen in vielen glücklichen Stunden in Hotelpools entstanden. Im Grunde waren Ausbildung und Karriereplanung auf dieses Ziel ausgerichtet, ein Indoorpool mit Haus drumherum musste irgendwann her. Meine Frau hat die Höhen und Tiefen auf dem Weg mit erlebt und mit ertragen, aber der Besessene bin immer ich gewesen. Der Heiratsantrag hat in einem Whirlpool stattgefunden, spätestens danach war klar, auch so einer sollte kommen und zur Abrundung noch ein Dampfbad. Als das Projekt am Horizont in Sichtweite kam, so um 2011 ging es los mit dem Sammeln von Inspirationen und Informationen, Fachzeitschriften, Bücher, Abklappern von Messen und Hotel-Wellnessanlagen, um zu sehen, was geht, was schön, was nötig ist und was nicht. Zu dem Hotelpool meiner Kindertage hat sich in dieser Zeit ein großer Bruder hinzugesellt, ein 25-Meter Becken im Wintergarten mit hydraulisch anhebbarem Boden bis zum völlig ebenen Verschluss des Beckens – ok, geil, kann man machen… Amortisationszeit laut Hotelier: 165 Jahre… auch schön wenn man erstmal sicher ist, was man nicht will, nicht braucht, nicht schafft. Aber nicht nur weil es inzwischen ein Trend war, sondern auch weil ich Bahnen schwimmen und nicht nur Purzelbäume machen wollte, sollte es ein ein langes schmales Becken werden. 15 Meter wären besonders toll gewesen, 12 Meter Länge sind es dann geworden und nach vielen Überlegungen, Fragen und Rumprobieren mit dem eigenen Schwimmstil eine Breite von 2,80 Meter. So kann eine Person bequem schwimmen, etwas schmaler wäre noch gegangen, aber da die Wahl auch recht schnell auf ein Skimmerbecken fiel, sind die 2,80 Meter schon gut, da besonders beim Brustschwimmen das Wasser sehr schnell und turbulent wieder zurückschwappt. Warum ein Skimmerbecken? Es ist natürlich billiger, man spart die Überlaufrinne, den Schwallwasserbehälter und vor allem das plätschernde Geräusch, das ich in vielen Schwimmhallen bei sonstiger Ruhe in Verbindung mit dem Wiederhall in dem großen Raum als unschön empfunden habe. Das ist natürlich Geschmacksache und auch dafür gibt es technische Lösungen, Schalldämpfer, Akustikwände- und Deckenpaneele. Aber der Hauptvorteil, nämlich der extrem hohe mögliche Wasserspiegel oder die Möglichkeit eines Infinity-Pools, den man eben nur mit einer Überlaufrinne hinbekommt, war für mich kein entscheidendes Kriterium und daher war die Überlaufrinne leicht verzichtbar. Da das Becken somit keinen Schwallwasserbehälter bekam, sollte für den Whirlpool auch nicht extra einer nötig werden, also wurde es auch ein Whirlpool mit Überlauf – hier muss man nun etwas häufiger den „Speckrand“ putzen. Ein wesentlicher Vorteil der Schwimmbecken-Whirlpool-Kombination ist dabei noch, dass der Whirlpoolkreislauf parallel zum Schwimmbeckenkreislauf konstruiert werden, und so der Whirlpool über dieselbe Wasseraufbereitungsanlage betrieben werden kann und bei Bedarf dann elektrisch zusätzlich auf Betriebstemperatur aufgeheizt wird. Bezogen auf den reinen Whirlpoolbetrieb wird die Wasserhygiene dadurch sicherer und die Betriebskosten sind günstiger als ein dauerbeheizter Einzelwhirlpool. 

Auch noch so eine kleine Erkenntnis zwischendurch: der Whirlpool muss ja auf irgendwas stehen, und man muss daran vorbei- bzw. drunter her können, also darf es nichts solides sein, also eine weitere teure Sonderkonstruktion: Stahlpodest

Kriechkeller mit Whirlpoolpumpen

Whirlpoolpodest Aufbau

pubertierende Fliesen mit blauen Pickeln

Fliesenlegerkunst

Das verlinkte Video zeigt die automatische Umschaltung zwischen Schwimmbad- und Whirlpoolbetrieb: https://www.instagram.com/tv/CI_Smu3Bs0X/?utm_source=ig_web_copy_link

Der Plan war also geboren:

  • 12×2,8 Meter Skimmerbecken mit parallel geschaltetem Whirlpool
  • Whirlpool
  • Dampfbad

Inzwischen war es 2016 und wir dachten: ok, jetzt noch ein Haus drumherum, und ein Grundstück darunter wäre auch schön. 

Ein Indoorpool ohne Haus wäre ein Outdoorpool – Sondierungen mit Aas- und Pleitegeiern

Was das Haus betrifft, haben mich ebenfalls jahrelange Vorüberlegungen darauf gebracht, dass es ein Holz-Fertighaus werden soll. Individuell und maßgenau CAD-geplant, standardisiert produziert im Werk quasi wie aus dem 3D-Drucker, schnell aufgebaut, dann weitestgehend konventionell ausgebaut, von einem renommierten Hersteller, nicht zu groß und nicht zu klein, der die Sache als Generalbauunternehmer von A-Z in die Hand nimmt und am besten gleich auch noch den Schwimmbadbau mit liefert. Fast all das haben wir bekommen. Die Antwort auf die Frage „Bauen Sie auch Häuser mit Schwimmbad?“ war immer „Ja klar, machen wir!“ Und ich könnte schwören, manche Handelsvertreter haben tatsächlich glitzernde €-Zeichen in den Pupillen. Um das vorweg zu nehmen, je konkreter die Planungen dann wurden, umso konkreter wurde dann auch die Antwort eingeschränkt bis hin zu „Ja klar, also das Haus mit dem Schwimmbad, das bauen wir Ihnen schon… aber das Schwimmbad selbst… also alles…. A L L E S was damit zu tun hat.. da wollen WIR nix mit zu tun haben… nein.. noch nichtmal mit der Tür, die in den Raum mit dem Pool führt… nein Dusche auch nicht…. Wände, Estrich, Fussbodenheizung, Fliesen…. nein, nein, nein, um Himmels Willen, viel zu heikel…. Betonwanne.. naaaa gut, kriegen wir hin, Heizung?… muss wohl sein… ok Heizbedarf planen wir bei der Anlagengröße mit ein, aber wir schließen die Heizung auf keinen Fall an die Pooltechnik an, viel zu heikel!“ Ja, auch Schweißperlen auf der Stirn können schön glitzern. Die Stirnen haben bei den Gesprächen um die Wette geglitzert. Das Problem: Schwimmbadplanung ist aufwändig und ein Thema für sich, das mit „normalem“ Hausbau wenig zu tun hat. Dafür unterhält man als Baufirma keine Abteilung oder besonders geschulte Mitarbeiter, aber Fehler können verheerend und teuer sein. Jeder Euro, der ins Schwimmbad fließt, ist ein Euro weniger, den man am Hausbau verdienen kann, aber ablehnen kann man auch nicht, denn ein großes Schwimmbad braucht ein großes Haus drumherum. Wir haben uns darauf eingelassen, manchmal darüber geflucht, aber sind immer noch der Überzeugung, dass es so besser und einfacher war, als in konventioneller Bauweise mit einem Generalbauunternehmen zu bauen, das meist weniger standardisiert und nicht so zuverlässig mit konstanten Festpreisen arbeitet oder gar alle Gewerke in Eigenregie zu koordinieren. Was wir definitiv anders hätten machen sollen und jedem empfehlen würden ist, schon in der Planungsphase einen expliziten Schwimmbad-Fachplaner einzubeziehen. Keines der genannten Einzelgewerke des Schwimmbadbaus hat eine Gesamtplanung geboten, aber im Grunde hieß es von allen, dass man sich schon mit den Übrigen Beteiligten auf ein gemeinsames Vorgehen verständigen könne. Das hat auch ganz gut geklappt, aber als es später um den Fussboden und die Fliesen ging, hörte die Verständigung auf. Wir haben uns durchaus schon im Vorfeld immer wieder nach Fachplanern, begleitender Bauherren-Bauleitung (um der Baufirma auf die Finger zu schauen) und beratenden Gutachtern umgeschaut, aber zum richtigen Zeitpunkt keinen Fachplaner finden können, trotz Internet-Recherche und Nachfragen bei den beteiligten Gewerken. Angeblich kannte niemand eine geeignete Person. Als es dann brenzlig wurde und ohne Fachplaner das 80% fertige Projekt vor die Wand zu fahren drohte, fiel ganz plötzlich gleich zwei Beteiligten jemand ein… und zwar sogar dieselbe Person… Zufälle gibt’s. Nachdem Ende 2017 nach langem Suchen und durch viele Zu- und Glücksfälle, die einen eigenen Blog füllen würden, ein Grundstück gefunden war, haben wir das Jahr 2018 mit den konkreten Haus-Planungen und dem Zusammenstellen der Gewerke für den Schwimmbadbau verbracht. Zunächst haben wir Zeitschriften gewälzt, dort Referenzen angeschaut und Online-Bewertungen ausgewertet und auch die Fertighaus-Welt in Frechen bei Köln war eine gute Anlaufstelle zur Orientierung, um einen geeigneten Baupartner zu finden. Wir haben dann mit 2 Firmen parallel die ersten Roh-Entwürfe durchgeplant, wobei zumindest die Position von Schwimmbad und Technikräumen mit geplant wurden und so ziemlich in jeder Ecke und Ebene des Hauses mal längs mal quer, außer im Dachgeschoss in irgendeinem Planentwurf mal platziert worden sind. Durch Internetrecherche sind wir auf 2 Schwimmbadbaufirmen und ebenfalls 2 Stuckateurfirmen gekommen, mit denen wir ebenfalls konkreter gesprochen haben. Die Stuckateurfirmen hat die Fa. ISO Plus benannt, mit deren Bauelementen wir die Wand-Dämmung und Dampfsperre im Schwimmbad ausführen lassen wollten. Weitere Kandidaten waren bereits damals, also vor der aktuellen COVID bedingten Phase des exzessiven Bau- und Wellnessanlagen-Booms nicht zu finden bzw. nichtmal zu Vorab-Gesprächen bereit. Einem der beiden Schwimmbadbauer waren wir dann zu arm („Sie bauen ja ein kleines Haus“…. „wir bauen keine Badewannen“… „was Sie da beschreiben ist Hartz IV Niveau“) und so kam dann garnicht erst ein Angebot. Die andere Schwimmbadbaufirma direkt bei uns in Bonn erwies sich dann zum Glück als der ideale Partner für unser Vorhaben. Eine der beiden Fertighausfirmen ging während unserer Sondierungsphase in die Insolvenz, so dass auch hier sich rechtzeitig der Idealpartner herauskristallisiert hat. Im Vorfeld haben sich bei der Auswahl der Baupartner mit den größten Kostenpositionen Bonitätsprüfungen als sinnvoll herausgestellt – hier war bei der späteren Pleitefirma bereits ein Indikator „gelb“. 

2018 hatten wir dann beisammen:

  • Grundstück in Hanglage, EG auf Staßenebene, KG auf Gartenebene
  • Generalbaufirma für ein Holzrahmen Fertighaus mit Beton-Fertigkeller
  • Schwimmbadbaufirma 
  • Entscheidung für OSPA Schwimmbadtechnik
  • Entscheidung für ISO Plus Dämmung und Dampfsperre
  • Entscheidung für einen Beton-Beckenkörper mit Folienauskleidung

Konkrete Planungsphase – geprüft und gepolstert an den Start

Mit den größeren Einzelgewerken Schwimmbadbau, Stuckateur und Elektriker für PV-Anlage mit Energiespeicher (anderes Thema) wurden Pauschalleistung-Verträge geschlossen. Der Standard-Generalbauvertrag der Fertighausfirma wurde anwaltlich gegengeprüft und ergänzt, u.a. durch eine Sicherungsbürgschaft für Garantieansprüche und die notarielle Hinterlegung der Original-Kostenkalkulation der Baufirma als Berechnungsgrundlage für den Fall, dass Kostenänderungen bei Plan-, oder Ausführungs-Änderungen im größeren Stil ausgerechnet werden müssen. Der Umfang des Versicherungsschutzes des Statikers wurde geprüft. Der nötige Energiebedarf des Schwimmbades (Wasserheizung und Entfeuchungs/Lüftungsanlage) wurde von der Poolbaufirma berechnet und die Maximalanforderung an kWh pro 24h sowie benötigte Heizungs-Vorlauftemperaturen für die Pooltechnik wurden gegenüber der Baufirma vertraglich festgehalten. Hieraus ergab sich auch die Einschätzung für den Strombedarf des Hauses und die Dimensionierung der PV-Anlage. Nach 2 Jahren können wir nun sagen, dass zum Glück alles gepasst hat bzw. die maximalen Obergrenzen deutlich unterschritten werden und alles energieeffizienter läuft als vorherberechnet. Ein großzügiger Puffer war hier aber sicher absolut sinnvoll. Mit der Schwimmbadbaufirma haben wir verschiedene Beckentypen durchgesprochen und uns dann für ein Betonbecken mit Folienauskleidung entschieden. Die qualitativ höhenwertigere und deutlich teurere interessante Alternative wäre ein PVC Fertigbecken gewesen. Einerseits aus Kostengründen, aber auch aus praktischen Gründen wie den Herausforderungen der Anlieferung, des Einbaus mittels Kran zum genau richtigen Zeitpunkt des Rohbaus und somit einer weiteren terminlichen und technischen Schnittstelle mit der Generalbaufirma und auch wegen des Risikos einer Beschädigung des Beckens während der nach Einbau noch Monate dauernden Ausbauphase war das Betonbecken für uns die sinnvollste Wahl, zumal der Beckenkörper von der Baufirma direkt im Zusammenhang mit dem Kellerbau erstellt werden konnte – leider nicht ganz ohne Folgeprobleme. Die Folie von Alkorplan wurde uns als absolut geeignet, robust und langlebig empfohlen und als Besonderheit beherrscht die Schwimmbadbaufirma eine Technik der Folienverklebung, bei welcher die Nahtstellen genau in den Ecken des Beckens angebracht sind und nicht wie üblich ein Stück daneben. Das Becken bekommt dadurch weitestgehend die optische Wirkung eines nahtlosen Fertigbeckens. 

Die Planung der Beckenform und der Technikbereiche hat wesentlich die Schwimmbadbaufirma durchgeführt und dann den Plan mit Bezeichnung der Beckenmaße und Betonausschnitten zur Einarbeitung in die Gesamtplanung an die Baufirma weitergegeben. Wir haben Bilder von verschiedenen Referenzprojekten gesehen, bei denen teilweise riesige Räume neben oder gar unter dem Schwimmbecken vorhanden waren, in denen teilweise die Schwimmbadtechnik untergebracht war. Da das Schwimmbad bei uns ins Untergeschoss auf Gartenebene sollte, und das Becken somit noch tiefer als das Untergeschoss liegen würde, wollten wir möglichst wenig weiter in die Tiefe bauen müssen. Ein Raum um das Becken herum sollte für die Möglichkeit von Reparaturen und Revisionen an der Beckenverrohrung und der Lüftungsanlage aber sein. Der Boden des Beckens befindet sich auf dem Niveau der Bodenplatte der tiefsten Gebäudeebene. Wir haben mit der Schwimmbadbaufirma dann besprochen, wie viel Montageraum mindestens nötig ist und kamen auf eine Höhe von mindestens 60cm unterhalb der Lüftungskanäle und eine Breite von ca. 80 cm. Somit wurde dann entschieden, dass um das Becken herum ein Kriechgang entstehen soll, dessen Raumhöhe durch die Beckentiefe vorgegeben wurde. Das hat sich als völlig ausreichend erwiesen und dort ist auch etwas willkommener Stauraum entstanden. 

Verrohrung und Montage im Kriechkeller, immer schön nach Plan
Abzweig für den Whirlpoolkreislauf
Großkaliber Zuleitung zur den Düsen der Gegenstromanlage
Pumpe der OSPA Powerswim 2.0 
Hydroventil 1 für Whirlpoolkreislauf
Hydroventil 2 für den Whirlpoolkreislauf jeweils Wasser-Zuleitung, da die Ventile mittels Leitungswasser-Druck geöffnet werden und sich passiv durch Federdruck schließen
Wartungsgang rechts neben dem Becken mit den Roh-Wasserleitungen vom Skimmer und den Abläufen sowie dem Ansaugrohr der Gegenstromanlage, im linken Wartungsgang verlaufen die Lüftungskanäle und die elektrische Zuleitung zu den Unterwasserscheinwerfern
Zugang zum Kriechkeller vom Pooltechnikraum aus
Zuluftrohre und Kompressor für den Whirlpool an der Wand unter dem Waschbecken

Ein im Plan lange hin und her geschobenes Objekt war der Whirlpool. Schließlich haben wir ihn zwischen dem Beckenkopf und der Wand zum Technikraum und neben der Einstiegsöffnung zum Kriechkeller platziert. Dort ist die Technik gut erreichbar und die Rohrleitungen zum Technikraum sind so kurz wie möglich. Da der Raum für das Schwimmbad durch die Beckenlänge von 12m schon relativ lang und wegen der Proportionen des Grundstücks auch schmal werden musste, blieb dort wenig Platz übrig außer für die nötigsten Flächen zum Gehen, also kein Raum für z.B. Liegestühle. Daher haben wir den Whirlpool in ein Podest integriert, das ca. 1,5x so groß ist wie der Whirlpool und eine gepolsterte Abdeckung für den Whirlpool zum Preis mehrerer hochwertiger Liegestühle mit bestellt. So kann der Whirlpool im abgedeckten und die Podestfläche daneben auch im geöffneten Zustand als Liegefläche benutzt werden.  

Beckenkopf mit Whirlpoolpodest

Einige Überlegungen haben wir auch zum Thema Abdeckung für das Schwimmbecken angestellt. Aus zahlreichen Zeitschriften war ich zunächst der Meinung, diese wäre sehr wichtig, als Schutz gegen Verdunstung und Wärmeverlust und somit zum Energiesparen. Für Außenpools gilt das sicherlich auch uneingeschränkt und hier kommt auch noch die Möglichkeit einer Absicherung gegen das Hineinfallen von Personen ins Becken dazu – je nach Ausführung der Abdeckung zumindest. Die Beratung der Schwimmbadbaufirma, die hier tatsächlich lieber gut beraten statt teuer verkaufen wollte, hat uns dann aber von der Rolladen-Abdeckung für das Schwimmbad Abstand nehmen lassen. Und zwar weil die Abdeckung früher oder später verkalkt. Durch den Kalk entsteht ein Kapillareffekt, der das Wasser durch die Ritzen des Rolladens an die Oberfläche zieht, so dass es dann doch verdunsten und somit auch kühlen würde. Zu vermeiden wäre dies durch das regelmäßige, zumindest alle paar Jahre notwenige komplette Ausbauen des Rolladens und Entkalken, ggf. nichtmal vor Ort sondern bei der Schwimmbadbaufirma, also zuzüglich Transportaufwand. Diesen Aufwand eingerechnet würden sich die Investitionskosten für die Rolladenabdeckung über die Jahre gesehen vervielfachen und die mögliche Ersparnis an Verdunstung und Wärmeverlust zumindest beim Innenpool würde damit weit in den Hintergrund treten. Eine hocheffiziente Lüftungs- und Entfeuchtungsanlage mit Wärmerückgewinnung erschien da die deutlich bessere Investition zu sein.

Löcher in der Bodenplatte vor den Fenstern für die Zuluft waren bereits im Betonrohbau ausgespart
Zuluftöffnungen mit Lüftungsschlitzschiene entlang der Fenster abgedeckt
Estrich Vorbereitung, Zuluft-Schlitzschienen vor den Fenstern abgedeckt, mittig kleine Öffnung mit Doppelschlitz erkennbar
Wandöffnung für Zuluft, ein Stück weiter ebenso für Abluft, Einbau der Lüftungskanäle
Lüftungskanal Puzzle
Lüftungskanal im Kriechkeller…
… windet sich um das Whirlpoolpodest
Zentrale Raumluftanlage für Heizung
und Entfeuchtung mit Zu- und Abluftkanälen
Zuluftschlitzschiene vor den Fenstern jetzt offen

Bauphase – gut geplant ist halb ausgeführt

Im Spätsommer 2019 war das Grundstück für einen inzwischen fünfstelligen Betrag zum dritten mal gerodet und der Bagger ist angerückt. Als die Grube bis zum Niveau des Schwimmbeckens und Krichekellers fertig war, haben wir uns erstmal gefragt, wer da ein Loch für ein 6-Familienhaus bestellt hat, und die Nachbarn in der Wohngegend bestehend aus Ein- und Zweifamilienhäusern im Bauhaus-Stil haben sich das wohl auch gefragt, womit da wohl nun die letzte Baulücke geschlossen werden soll. 

Baugrube Becken- und Kriechkellerebene

Als erstes wurde natürlich die am tiefsten liegende Ebene vorbereitet, die für das eigentliche Schwimmbecken und den Beckenumgang. Als reines Loch sah das dann erstmal so aus, wie ein Olympia-Becken.



>>>Cliffhanger – Vorläufige Unterbrechung, bis ich mehr Zeit zum schreiben und die Fotos sortiert habe.<<<


HINTERHER SCHLAUER

Überraschungen und Fails – die Kunst der Improvisation

Whirlpool: durch die Tür, nicht durch die Wand

Den Whirlpool haben wir ohne live Anschauen und Ausprobieren quasi per Katalog ausgesucht. Die verfügbare Fläche mit rund 2x2m war gegeben und musste reichen. Ein weiteres Gewerk nur für den Whirlpool wollten wir nicht, also war schnell klar, dass die Schwimmbadbaufirma den Whirlpool ebenfalls liefern und zusammen mit dem Schwimmbecken zu einem Gesamtsystem verrohren sollte, damit auch wirklich alles zusammenpasst. Daraus ergab sich dann die Einschränkung der Auswahl auf Modelle von Riviera-Pool, die gering modifiziert aber quasi baugleich von OSPA angeboten werden. In der passenden Größe gab es dann genau ein geeignetes Einbau-Modell mit 4 Plätzen, passte, bestellt. Passen…. von wegen! Hier wäre dann beinahe großer Bockmist entstanden. Daher ein wichtiger Tipp: wenn Ihr ein großes, nicht zerlegbares Teil in eurem Haus haben wollt, baut es entweder ein, bevor Decken/Fenster/Türen drin sind oder prüft, ob es durch die Türen passt! Das klingt eigentlich selbstverständlich…. Der Whirlpool hat ein Einbaumaß von knapp 2×2 Metern, effektiv ca. 196x196cm und die wohlüberlegt direkt vor dem Whirlpoolpodest eingebaute Schiebetür zur Terrasse hat eine Höhe von 2m aber nur eine Breite von 1,5m. Klingt nach einer lösbaren Aufgabe. Aber der Whirlpool wiegt 400 kg und es braucht 4-5 Männer, um ihn sicher zu bewegen. Und die Polster-Umverpackung, damit die Acrylränder nirgends anecken und splittern hat den Whirlpool auf deutlich über 2m verbreitert. 

Whirlpool originalverpackt
Whirlpool mit Kantenschutz in der Garage geparkt

Der erste Versuch, den Whirlpool hochkant, quer, schräg irgendwie durch die Tür zu bekommen ist also gescheitert, so dass er bis auf Weiteres in der Garage geparkt werden musste. Dann kamen lange Diskussionen zwischen Bauleiter und Schwimmbadbauer. Der Bauleiter hat sich auf die Maße berufen und gesagt, klar passt das. Der Poolbauer gab zu bedenken, dass er abrät, die Polsterung abzunehmen, da der Whirlpool sonst beschädigt werden könnte und dass so ein großes schweres Objekt nunmal beim Weg durch eine enge Öffnung zwangsläufig mal verkantet wird, wenn viele gleichzeitig anpacken und dass darum eben der Spielraum zu klein wäre. Der Schwimmbadbauer wollte auf Nummer sicher gehen, und einfach die komplette Schiebetür ausbauen lassen. Die war aber schon fest eingebaut und auch die Innendämmung des Schwimmbadraumes war schon angebracht, man hätte große Teile der Wand wieder zerstören müssen. Wir hatten etliche schlaflose Nächte deswegen. Irgendwann wurde dann beschlossen, die Polsterung vom Rand zu entfernen bzw. so weit es ging zu verdünnen und mit der Hilfe einiger starker Gartenbauer und unter dem kritischen Blick des Schwimmbadbauers ist der Whirlpool dann doch noch haarscharf und heil durch die Tür gekommen.

Überraschungen: der ehrliche Gerüstbauer

Bei jedem Projekt gibt es Überraschungskosten, natürlich auch beim Schwimmbadbau. Bei uns aus völlig unerwarteter Richtung, aber sonst wäre es ja auch keine richtige Überraschung gewesen. Nächster Hinweis also: wer in einem Raum mit Schwimmbecken die Decke dämmen möchte, muss irgendwie an die Decke rankommen! Wir dachten natürlich, der Stuckateur macht das schon, nimmt er eben eine Leiter oder ein Rollpodest. Das ging aber wohl nicht sagte er. Man müsse ohne ständig ein Podest verschieben zu müssen lange Wege hin und her laufen können beim Anbringen der Dämmplatten, dem Verspachteln und dem Streichen, um auch aus allen Richtungen sehen und alles ordentlich machen zu können. Im Nachhinein müssen wir sagen, die Wände und Decken im Schwimmbad sind nun auch wirklich die ordentlichsten im ganzen Haus! Aber dafür war es nötig, dass in das noch rohe Betonbecken ein Baugerüst in der richtigen Arbeitshöhe für die Deckenarbeit gestellt wird. Ok, fragt man eben den Gerüstbauer mal, den die Baufirma sowieso für den Hausbau vorgesehen hat. Antwort: „Hmm, ja… das können wir schon machen… aber ich kenne Sie ja garnicht, wer weiß ob ich mein Geld kriege, also nur gegen Vorkasse. Wieviel…. hmm, ja ich komme dann mal vorbei und schaue, damit Sie auch mal mein ehrliches Gesicht sehen können, aber nach Ihren Maßangaben rechnen Sie mal mindestens mit 18.000 EUR + monatliche Miete.“ Irgendwie schön, dass Handwerker gelegentlich unzuverlässig sind, und er zum Termin garnicht erst kam. Ein anderer Gerüstbauer, den der Bauleiter empfohlen hat, hat das Gerüst dann für knapp 4.000 EUR gebaut, zuzüglich rund 800 EUR Monatsmiete – und leider hat sich der Innenausbau des Schwimmbades dann um mehrere Monate verzögert. Also: Preise vergleichen! Achja, Gerüstbauer Nummer 1 hat dann auch den Auftrag für das Baugerüst am Haus entzogen bekommen und Gerüstbauer Nummer 2 hat dann alles gemacht. 


Planungsfehler: nur ein simples Betonbecken

Das Betonbecken haben wir ja ohne großes Murren von der Baufirma bzw. über deren Kellerbau-Subunternehmen angeboten bekommen als festen Bestandteil des Kellers. Es war wie schon beschrieben für uns die beste Wahl, um nicht eine weitere bauliche und zeitliche Schnittstelle durch ein Fertigbecken zu bekommen und auch um zu verhindern, dass ein Fertigbecken in der noch lange dauernden Bauphase nach dessen Einbau noch beschädigt wird. Also hat die Schwimmbadbaufirma die Planung des Beckens übernommen, Höhe, Breite Tiefe, Position des Skimmers, der Einström- und Ablauföffnungen, Öffnungen für die Gegenstromanlage, Einstiegstreppe und nach mehreren Abstimmungen sowohl mit uns als auch nach einem Gespräch mit der Baufirma, wussten alle Beteiligten, worum es geht und wie es werden wollte. Nur zu diesem Zeitpunkt Nichtbeteiligten wussten von nichts…, sonst hätten sie wahrscheinlich nicht geschwiegen, doch dazu später. Der Plan des Schwimmbadbauers wurde in den Haus-Bauplan integriert und schließlich wurde nach diesen Plänen der Keller samt Beckenteilen in Form von Beton-Fertigwänden produziert. Schlaue Details waren einkalkuliert. Die Fertig-Betonteile bestehen aus einer äußern und einer inneren Betonwand und einem Hohlraum dazwischen, der nach dem Aufstellen der Wände mit Beton ausgegossen wird. Die innere Betonwand bildet somit die innere Beckenwand, die äußere weist zum Beckenumgang. Auf die Beckenränder wird logischerweise dann der Boden des Schwimmbadraumes gesetzt, ebenfalls Beton-Fertigplatten, die dann noch mit Beton übergossen wurden.  

Kriechkeller und Becken aus noch hohlen Beton-Fertigwänden und Fertig-Bodenelementen vorbereitet zum Verfüllen mit Beton, rechts Bodenöffnung für den Whirlpool, daneben Einstiegsöffnung zur Kriechkellerebene. 

Damit der Beton beim Boden-Gießen dann nicht ins Becken läuft, damit man eine möglichst hohe gleichmäßige Beckenwand bekommt und weil die Fertigfussbodenhöhe ja deutlich höher wird als der Beton-Rohfussboden und der der Fertigfussboden die absolute Oberkante des Beckenrandes bildet, sollte die innere Betonwand deutlich über die äußere Betonwand hinausstehen, immerhin betrug die Höhe des weiteren Fussbodenaufbaus auf dem Beton-Rohfussboden 17cm. Das sah auch alles ganz gut aus, im Plan sowieso, und auch als dann der Rohbau komplett stand. Wer bis dahin nicht gefragt wurde, war der Fliesenleger, denn den gab es schlichtweg immer noch nicht. Die Baufirma wollte mit dem Fussbodenaufbau im Schwimmbad nicht zu tun haben und wie oben schon angedeutet haben wir über viele Monate bei Anfragen bei etlichen Fliesenlegern die kuriosesten Reaktionen beobachtet, nur keine Bereitschaft, den Auftrag zu übernehmen. Dann kam ein Bekannter vorbei, der die Sache ins Rollen brachte, selbst ehemaliger Fliesenleger, jetzt im Vertrieb tätig. Er kam, er sah, er sprach: „Du, also wenn Ihr auf die erhöhte innere Betonschale jetzt noch Dichtung, Fliesenkleber und Fliese setzen lasst dann ist aber der Beckenrand höher als die Schwelle der Eingangstür zum Raum und den Terrassentüren nach draußen, dann müsst Ihr da wieder eine Stufe nach unten machen… soll das so?“ Nein, sollte es nicht, dafür allein war die Fläche zwischen Beckenrand und Raumwänden viel zu klein und überhaupt wäre das ja saublöd und das Bodengefälle sollte schließlich auch zum Becken führen und nicht davon weg. Was war also passiert? Die Oberkante der inneren Beckenschale lag schon fast auf dem Niveau des geplanten Fertigfussbodens, zwar meist bei 16cm, aber gelegentlich auch 17-18cm, so dass die Beckenkante quasi aus dem geplanten Fertigfussbodenniveau herausstehen würde. Das ist „Betontoleranz“ haben wir dann gelernt. Aha… hätte man auch ohne Fachplaner vielleicht wissen können, dass der Rohfussboden nicht höher sein soll als der Fertigfussboden – aber da gab es auch an anderer Stelle noch kleine Verwechslungen. Doof! Mit Fliesenleger/Fachplaner an Bord wäre das wohl nicht passiert, aber beide waren bis dahin verzweifelt gesucht und nicht gefunden. Nach langem hin und her und nach insgesamt 3 Fliesenlegern, die immerhin gekommen sind, und von denen einer schlussendlich die Arbeiten ausgeführt hat, wurde dann gemeinsam mit der Baufirma eine Lösung gefunden. Die Beckenkante wurde mittels Betonsäge ringsum abgesägt und dann der Rand auf das gewünschte Endniveau wieder aufbetoniert, wieder ein hoch vierstelliger Überraschungs-Kostenfaktor. 

Innenschale der Beckenwand deutlich zu hoch, höher als geplantes Fertig-Fußbodenniveau

Es kam der Tag, da musste die Säge sägen
ringsum gleichmäßig abgesägte Roh-Beckenkante
jetzt genug Spielraum für den Fußbodenaufbau
Verschalung der Beckenkante für Betonguss

gleichmäßige endgültige Roh-Beckenkante in der richtigen Höhe und Breite

Beckenoberkante und umlaufend breiter Streifen für Beckenrandfliesen auf dem Beton-Rand, während die restlichen Fliesen später auf dem Estrich liegen

Den Plan hatten wir so abgesegnet, einen Fachplaner wie von der Baufirma empfohlen gab es nicht, einen großen Streit zu diesem Zeitpunkt wollten wir nicht riskieren, also erstmal Auftrag und Kosten unterschreiben. Zum Glück ist im Kellergeschoss ebenfalls das Roh- und Fertig-Fussbodenniveau ein weiterer großer Bockmist passiert, den eindeutig die Baufirma verschlafen hat. Nur soviel dazu: im Garten liegen jetzt mehrere Tonnen-schwere Stahlbeton-Klötze, die ursprünglich teil der Haus-Wand waren, aber leider wieder rausgesägt werden mussten. 


Schließlich konnten wir den einen Bockmist durch den anderen einvernehmlich mit der Baufirma kompensieren, so dass wir für das Beckenkanten-Drama doch keine Zusatzkosten hatten. Das Ganze hat rund 3 Monate Nerven und Verzug gekostet, währenddessen aber der restliche Bau planmäßig weiter lief. 


Verbohrt: was Wände kosten und wie Rohre rosten

Als krönender Abschluss kam einige Wochen nach Inbetriebnahme des Schwimmbades dann das maßgefertigte Geländer für die Einstiegstreppe. Hier war die Einzelanfertigung durch eine Stahlbaufirma tatsächlich preiswerter als eine Stange von der Stange. Zu beachten war natürlich, dass es kein normaler Edelstahl sondern für die Schwimmbadatmosphäre geeigneter Stahl (V4A) sein musste, da V2A Stahl hier rosten würde. Das hat einigermaßen geklappt. Etwas Flugrost kam dann doch, aber dazu später. Das Geländer wurde am Boden und an einem Punkt an der Wand montiert und war bewusst so konstruiert, dass kein Befestigungspunkt im Becken nötig war. Leider hat sich ein Mitarbeiter der ansonsten absolut zuverlässig und exakt arbeitenden Stahlbaufirma irgendwie verguckt oder vermessen. Jedenfalls waren die Bohrungen für die Gewindestangen zur Befestigung des Geländers an der Wand um einige Zentimeter verkehrt, so dass neu gebohrt und die falschen Löcher zugeschmiert werden mussten… Löcher durch die Schichten: Wandfarbe, Malgrund, Tiefgrund, Armierung, Feuchtraumspachtel, Haftgrund und Dampfsperre bestehend aus Aluminium + 5cm Styropor und schließlich Beton. Abgesehen davon, dass es nicht schön aussah, waren da nun Löcher in der Dampfsperre. Die professionelle Problemlösung sah dann so aus, dass die Stuckateurfirma nochmal anrücken musste, die Wand abschleifen, die Löcher versiegeln, verputzen, neu streichen. Durch die Trocknungszeiten waren dafür 2 Tage nötig, 2x Anfahrt, insgesamt knapp 1800 EUR Zusatzkosten. Am Ende ein Versicherungsfall, aber da sieht man mal wieder, dass auch die Profis besser 2 und 3x nachmessen sollten, bevor folgenschwere Löcher gebohrt werden. Das Geländer war dann doch nicht ganz rostfrei. Es hat sich Flugrost gebildet. Also wurde es demontiert, entrostet, in einem Tauchbad gereinigt, poliert und wieder montiert. Dann kam nach ein paar Monaten der nächste Flugrost. Erneute Demontage – wieder unter Zittern und Bibbern, dass bloß die Wand keine Schramme dabei bekommt – diesmal wurde das Geländer maschinell völlig glatt geschliffen und die Oberfläche nochmal behandelt. Seitdem rostet es nicht mehr, aber zwei Unterlegscheiben sind wohl aus dem falschen Stahl, da rostet es jetzt doch wieder, wir bleiben dran. 

Geländer fertig montiert
ein bisschen verbohrt und „beigemacht“
erster Flugrost

poliert, glatt und rostfrei

Stangen rostfrei, aber Unterlegscheiben nicht


Recommended5 LikesVeröffentlicht in Allgemein, Bau und Planung, Heldenreise

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Kommentare

  1. Du bist verrückt was anderes fällt mir dazu grad nicht ein… hat aber schon sehr ein WOW verdient… und das man so ein Projekt nicht in DIY stämmen kann sollte klar sein… trotzdem Respekt…

  2. Hallo Marco,
    Ein Poolheld zu sein heisst ja nicht zwingend den Pool selbst aufgebaut zu haben. Dein Projekt wollte gut vorab geplant sein und es waren, wie in jedem Großprojekt, einige Überraschungen und Fallstricke auf die Du reagieren musstest … kurzum Du hast Dich genauso intensiv mit dem Poolprojekt auseinander gesetzt wie jeder andere hier. Somit bist Du für mich sehr wohl ein ….
    P O O L H E L D
    Und vielen Dank von meiner Seite, dass Du Deine Heldentat so ausführlich beschrieben hast.
    By the way … Gratulation zu diesem besonderen schönen Pool!
    Gruß Mario

    1. Dankeschön, das freut mich, zumal man dann und wann wirklich gut ein paar Superkräfte gebrauchen kann, oder eben Super-Nerven. Danke fürs Durchlesen, wenn mich die Schreibwut wieder packt und ich mit den Bildern weiterkomme, wird noch einiges ergänzt.

    1. Dankeschön! Apple Fotos hab ich ewig nicht verwendet. Habe gerade gesehen, dass die Mediatheken hinüber sind. Egal, ich nehme die Idee gerne auf und importiere jetzt erstmal alle Schwimmbadbilder in eine neue Mediathek.

  3. Wie ich mich freue das du hier euer Poolprojekt so ausführlich und präzise vorstellst.
    Auf Instagram hatte ich immer mega begeistert zugeschaut, wie ihr euer Haus und den Pool baut. Toll hier zu lesen, dass dies schon ein Kindheitstraum war, den du dir dann echt erfüllen konntest. Es ist zwar kein DIY, aber DIY ist bei sowas wohl auch kaum vernünftig. Die Erfahrung mit den Dienstleistern ist in deiner Heldentat hier viel wert und ich bin sicher, dass ein Leser hier viel lernen kann. Vielleicht ergeben sich da sogar mal tolle Anfragen, bei denen ihr dann echt richtig hilfreich Tipps geben könnt. Das würde mich echt freuen und mein Poolheld Gedanke tragen.
    Ich freue mich jetzt noch mehr mit, nachdem ich viel mehr Infos zum Hergang lesen konnte und dann am Ende so einen edlen Pool sehen kann. Das ist schon was ganz Besonderes und, ich wiederhole mich, freue mich das du hier so ehrlich berichtest.
    Der Kriechgang zur Technik etc., die Bilder hab ich auch noch im Kopf. Genauso wie der automatische Regler für das Mehrwegeventil. Hatte da immer gestaunt, was bei euch so verbaut wird.
    Ganz lieber Gruß
    Thomas

    1. Vielen Dank! Wir haben uns über dein Interesse und deine Kommentare bei Instagram schon immer sehr gefreut und fanden es toll, dass du uns hierher quasi eingeladen hast. Wir freuen uns, wenn unsere Beschreibung für andere hilfreich sein kann oder wenn Fragen oder Kontakte entstehen.

  4. … also vor allem das Bauloch Problem ist ja so klein und so krass. Abgesehen von dem Schaden, der den anderen Schaden kostentechnisch aufwiegen konnte.
    Ja – wie gesagt – das ist eine spannende Reise und ich bin gespannt wie es hier noch weitergeht mit dem Rost.