Haus gekauft mit Schwimmbad im Keller

Kapitel 1: Bestandsaufnahme

Wir haben 2017 ein Haus aus den 80er Jahren gekauft, welches ein Schwimmbad im Keller hat. Die ersten Jahre haben wir dem Raum fast keine Beachtung geschenkt, der Raum diente hauptsächlich als Lagerraum für Gartenmöbel und Durchgang zum Garten. Im ersten Schritt haben wir nur die Glasbausteine der Aussenwand entfernen lassen und unser Fensterbauer hat neue Fenster mit satiniertem Glas eingesetzt.

Dann vergingen erstmal ein paar Jahre, in denen andere Renovierungen vorrangig waren.


Ausgangszustand

Eines Tages habe ich mich dann entschlossen einfach mal mit dem Projekt anzufangen, der Pool war noch mit Wasser gefüllt also habe ich zunächst alle Abdeckungen entfernt, der eigentliche Pool ist in einem Kellerraum mit Gartenzugang und großem Fenstern, die Technik ist neben dem Becken unter der Waschküche. Der Technikschacht stand ca. bis zur Hälfte unter Wasser. Also habe ich zunächst diesen abgepumpt, da die Schwimmbadpumpe und das 5- Wegeventil allerdings höher verbaut und funktionsfähig waren konnte ich das Becken leerpumpen.

Das Becken war mit einer Schwimmbadfarbe beschichtet, darunter befindet sich eine massive Stahlkonstruktion aus Blech. Durch die alte Beschichtung war schon Rost zu sehen. Daher war klar, die Beschichtung muss runter.

Zusätzlich ist der Technikschacht wenige Stunden nach dem ersten Leerpumpen erneut vollgelaufen, daher war also klar dass sich Wasser auch unter dem Becken gesammelt hat und damit das Becken wahrscheinlich undicht ist.

Kapitel 2: schleifen, schleifen, schleifen und dann wieder schleifen

Hier gibt es eigentlich nicht viel zu beschreiben, ich habe mit der Flex und dem Staubsauger wochenlang die alte Farbe heruntergeschliffen, den Staub aufgesaugt, und dann wieder geschliffen. 

 

Trotz Absaugung staubt es enorm

Es hat sich dann nach einer Weile ein gewisser Rythmus eingestellt, die Seitenwände bestehen aus 8 Elementen, 1 Element hat circa 4 Stunden schleifen, 3 Scheiben und 1 Stunde saugen sowie 2-3 Staubsaugerbeutel beansprucht. Die Fugen und habe ich anschließend mit der Drahtbürste bearbeitet.

Schleifen

kurze Überschlagsrechnung: 68m² Fläche waren zu schleifen, das entspricht 680.000cm²; die Flex schafft ca. 2cm² pro Sekunde, dass heißt ich habe etwa 94 Stunden nur mit schleifen verbracht.

Aber auch das war irgendwann geschafft und das Becken sah bis auf 2 Fehlstellen wirklich gut aus:

Becken nach dem Schleifen

Es war also klar, dass wir das Becken in Form und Größe erhalten werden, der Stahl ist in wirklich gutem Zustand und das Becken massiv gebaut, die Bleche haben eine Materialstärke von 1,5 mm und zusätzlich sind massive 4- Kant- Profile als Lastaufnahme eingeschweißt. Auch der Beckenrand ist ein überlappendes Vierkantrohr.

Kapitel 3: Schweißen

Beim Schweißen hatte ich Hilfe von einem Freund, wir haben die 2 Stellen mit Löchern mit der Flex aus dem Stahlbecken ausgetrennt und anschließend neues 1,5 mm Blech eingeschweißt. Das Becken war tatsächlich an den beiden Stellen schon komplett durchgerostet, konnte aber wasserdicht verschweißt werden.

Schweißen

Kapitel 4: Technikschacht

Den Technikschacht habe ich einfach nur leer geräumt, dabei habe ich darauf geachtet dass ich evtl. vorhandene Rohre so trenne, dass ich später wieder etwas anschließen kann, beispielsweise an Kugelhähnen und Verschraubungen. Die Elektrik habe ich komplett rausgerissen.

Chaos in der Waschküche

Der Sandfilter war doppelwandig ausgeführt (der Zwischenraum war mit der Heizung verbunden zwecks Erwärmung des Poolwassers) und wiegt schon einiges, dafür habe ich in der Betondecke einen Hacken mit Flüssigdübel gesetzt und anschließend den Filter mit einem Flaschenzug herausgehoben. 

Sandfilteranlage

Anschließend habe ich den Schacht vom Rost befreit (endlich mal wieder schleifen) und alles lackiert sowie den Boden in der Waschküche mit einer Bodenfarbe auf Kunststoffbasis gestrichen.

Waschküche mit neuem Boden

Kapitel 5: Renovierung

Dieses Kapitel möchte ich kurz halten, da es nicht viel mit dem Poolbauprojekt zu tun hat. Ich habe also ein Badezimmer mit Trockenbau abgetrenn und WC mit Waschbecken neu gebaut sowie die schon vorhandene Dusche erneuert. Die Elektrik ist ebenfalls komplett erneuert, samt neuer Unterverteilung und mehreren FI- Schaltern (der Sicherheit wegen). 


Die Wände habe ich neu gestrichen, eine neue Decke eingebaut, alle Fugen erneuert sowie neue Heizkörper montiert.


Der Raum wirkt schon viel heller und deutlich freundlicher. Zusätzlich konnte ich den vorhanden Lufttrockner reparieren und neu lackieren, so dass dieser wieder wirklich gut aussieht. Die Steuerung habe ich über einen Wemos mit 2 Relais realisiert, ich kann den Lufttrockner also manuell über das Smarthome steuern oder später mal mittels Luftfeuchtesensor.


Kapitel 6: Technik

Hier überlege ich noch wie ich die Technik ausführen möchte und bitte um dein Feedback. Die Eckpunkte habe ich folgendermaßen überlegt:

– Skimmer neu, Bodenablauf vorhanden

– Speck Exklusiv Eco Pro FU gesteuerte Pumpe

– Speck Badu omni Stellantrieb (-> zwecks Automatisierung)

– Filter, ca. 600mm bis 700mm Durchmesser, mit Flansch oben

– UV ca. 75W

-pH und Redox Messung mit automatischer Dosierung.

– ich überlege eine Wärmepumpe im Raum zu positionieren, die kalte Abluft kann ich abführen, damit ich die Wärmeverluste aus dem Becken quasi wieder ins Poolwasser zurückleiten kann. Auf der anderen Seite kühle ich damit natürlich den Raum, was im Winter auch nicht ideal ist. Mir widerstrebt es aber auch im Winter die warme Luft aus dem Raum einfach rauszublasen (zwecks Trocknung)

Bitte teile deine Erfahrung 🙂

Kapitel 7: neue Beschichtung

Den Stahlpool würde ich beschichten, sobald ich alle Einbauteile habe. Hier schwanke ich zwischen dime-schwimmbeckenbeschichtung.de und pool-coatings.eu

Wie sind deine Erfahrungen? Oder lohnt vllt. auch eine Beschichtung mit Polyurea?

Recommended1 LikeVeröffentlicht in Bau und Planung

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Kommentare

  1. Geiles Projekt. Hätte ich den Pool im Keller währe ich das wohl Recht schnell dazu über gegangen den wieder zu renovieren zur Beschichtung kann ich dir nicht viel helfen. Eine normale Pool WP in den Raum würde ich zwecks Geräusch nicht raten. Es gibt aber so Brauchwasser Wärmepumpen vielleicht geht damit was …. Man müsste hier sicher mal schauen wie sonst Innenpools beheizt werden. Ich glaube früher hat man das gern in die Heizanlage des Hauses integriert. Wie heizt ihr denn das restliche Haus ? Wenn eine PV Anlage vorhanden. Ist macht es vielleicht Sinn mit überschuss zu heizen … Auf jeden Fall muss das alles ins smarthome mit rein ich wünsche dir noch viel Erfolg damit

    1. Danke für dein Feedback, du hast Recht, die Lautstärke habe ich noch nicht bedacht und das ist wirklich ein wichtiger Punkt.
      Heizen kann ich den Pool mittels Solarthermie, ich habe 3 Vakuumröhrenkollektoren, eine DIY Drehzahlregelung für die Solarflüssigkeit, den Wärmetauscher und für das Poolwasser würde ich eine Heizungspumpe (ähnlich wie Andreas es gemacht hat) vorsehen, statt eines Bypass für die Filterpumpe. Es gibt noch einen weiteren Wärmetauscher, um das Poolwasser mit meiner fossilen Heizung zu heizen, das macht aber in meinen Augen keinen Sinn.
      Ich rechne einfach damit, dass nach dem potenziellen Badespaß der Raum sehr feucht ist und “Gewächshausatmosphäre” hat. Mit einer konventionellen Lüftung würde ich dann die Wärme und Feuchtigkeit rausblasen, daher kam mir die Idee mit der Innen verbauten Wärmepumpe, so könnte ich die Wärme quasi wieder ins Poolwasser zurückspeisen. Steuerungstechnisch kann ich das relativ einfach umsetzen, dass die erst nach dem Badespaß anspringt bis die Feuchtigkeit wieder auf ein verträgliches Maß heruntergebracht ist.

Dirk Nennen

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