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  • Austausch Poolpumpe gegen Energiesparpumpe

    Posted by Guido on 1. Juli 2022 um 16:12

    Hallo Zusammen

    Kann ich meine Poolpumpe (11 m³/h) gegen eine Energiesparpoolpumpe (29 m³/h) austauschen und dann runterregeln auf 11 m³/h?

    Nach Datenblatt verbraucht die normale Pumpe 700 Watt und die Energiesparpumpe runtergeregelt ca. 90 Watt.

    Der Pumpenhersteller meint, dass man erst genau berechnen müsste, was die ideale Pumpe für den Filter wäre. Ist das notwendig?

    Gruß

    Guido

    Dung Nguyen hat geantwortet 5 months aktiv. 2 Poolhelden · 5 Antworten
  • 5 Antworten
  • Dung Nguyen

    Mitglied
    3. Juli 2022 um 22:03

    Hallo Guido,

    um eingangs deine Frage zu beantworten: Grundsätzlich ja.

    Allerdings liegt die primäre Funktion einer Energiesparpumpe darin, dass man ihre Drehzahl für den Normalbetrieb herunterregeln kann und sie dafür länger laufen lässt. Man tauscht also Zeit gegen Energieeinsatz ein.

    Der Energiespareffekt resultiert daraus, dass Drehzahl und Leistungsaufnahme nicht linear im gleichen Maße mit runtergehen, sondern Letzteres überproportional mehr.

    Es hat aber auch alles irgendwo seine Grenzen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Pumpe, die nur noch 90 Watt Leistungsaufnahme hat, immer noch 11 m³/h bringen kann.

    Gruß

    Dung

  • Guido

    Mitglied
    4. Juli 2022 um 10:45

    Ich habe folgende Filteranlage: Sandfilter-Anlage TM 500 mit AquaPlus 11.

    Die AquaPlus11 ist 20 cm unter dem Wasserspiegel montiert. Der Filterkessel steht 20 cm über den Wasserspiegel. Ich denke, dass die Förderhöhe den Pumpenausgang bis Mehrzweckventil ist. Das sind ca. 1 Meter.

    Wenn ich die AuqaPlus11 gegen Speck Super Pump Eco-Pro austausche und die auf kleinster Stufe laufen lasse, dann verbraucht die zwar nur 80 Watt, aber hat nur eine Pumpleistung von 7000 l/h. Um dann die 11000 zu erreichen, müsste ich die Pumpe mit einer höheren Drehzahl laufen lassen, so dass die Pumpe 200-300 Watt verbraucht. Somit habe ich den Anschaffungspreis der Pumpe nicht nach 3,5 Jahren raus, eher bei 7-8 Jahren

    Wie verhält sich das, wenn ich die Pumpe auf der Höhe vom Mehrzweckventil setze. Die Förderhöhe ist 0 Meter, aber der Wasserstand wäre 1,2 unter der Pumpe.

    Brauche ich dann sinnvollerweise ein Rückschlagventil in der Saugleitung?

  • Dung Nguyen

    Mitglied
    5. Juli 2022 um 10:26

    Nein, die Rechnung geht so nicht ganz auf. Problem: Es ist nicht nur die Förderhöhe bzw. die Herstellerangabe „bei … mWS“ oder „bei … H(m)“ bezeichnet vielmehr den Druck – man kann sich das auch als Widerstand vorstellen – bei dem die Pumpe eine Menge x umwälzt. Deine AquaPlus 11 bringt 11 m³/h bei 8 mWS, ergo bei ca. 0,8 bar. Ich nehme an, dass auf deinem Manometer, das sich am Ventil befindet, ein ähnlicher Wert stehen dürfte.

    Dieser Wert – sagen wir mal, der steht wirklich bei 0,8 bar – entsteht aber nicht nur durch die Förderhöhe, die bei dir ja nur geringfügig ausfällt, sondern auch bzw. vor allem durch die – ich nehme an – mindestens 75 kg Filtermaterial (wenn du Sand verwendest), die im Kessel sind. Außerdem spielen da Leitungsquerschnitt, -länge usw. auch noch mit rein.

    Kurz gesagt: Auf niedrigster Stufe bringt die Pumpe vielleicht 7 m³/h, aber nur, wenn man sie ohne Filter direkt anschließt. Mit Filter ist es vielleicht noch ein Rinnsal, was da rauskommt. Von daher wirst du keine nennenswerte Ersparnis erfahren, wenn du solch eine Pumpe kaufst, sie aber weiterhin so einstellst, dass die Umwälzleistung gleichbleibt.

    VG

    Dung

  • Guido

    Mitglied
    5. Juli 2022 um 14:14

    Danke Dung. Das die Rechnung nicht aufgeht, habe ich mir schon fast gedacht. Das wäre auch schon zu schön gewesen, wenn sich so eine Pumpe nach 3,5 Jahren oder mit neuen Filter nach 6-7 Jahren amortisiert.

    Gibt es eine Möglichkeit „Strom“ einzusparen ohne das die Wasserqualität leidet?

    Unser Pool ist 9 * 4,5 *1,5 Meter Ca 60 m³. Saugleitungen (Skimmer und Bodenablauf)sind ca. 3,5 Meter lang. Kommen im Technikhaus zusammen und gehen dann auf 63 mm DN. Vorher 50 mm. Die Rückleitung ist 12 Meter lang und DN 50 und ist auf 2 Einlaufdüsen aufgeteilt. Einlaufdüse hat ca. 1 cm. Betriebsdruck ist ca. 0,1 – 0,2 bar.

    Ist mit einer Solarfolie abgedeckt.

    Zurzeit sehe ich, dass ich nur über ein Balkonkraftwerk einsparen kann.

    Viele Grüße

    Guido

  • Dung Nguyen

    Mitglied
    7. Juli 2022 um 16:15

    Hm. Ehrlich gesagt sehe ich da wenig Möglichkeiten.

    Verstehe mich nicht falsch. Das Prinzip der Drehlzahldrosselung finde ich gut und spart in der Praxis durchaus schon einiges, wenn man bereit ist, eine längere Pumpenlaufzeit in Kauf zu nehmen.

    Speziell bei dir ist es jedoch so, dass die Filteranlage schon relativ knapp ausgelegt ist und ohnehin schon fast die Hälfte des Tages laufen muss, um rechnerisch den Inhalt 2x umzuwälzen. Es ist also schlichtweg nicht so viel Einsparpotenzial vorhanden bzw. macht irgendwo auch wenig Sinn, die Anlage zu drosseln und dafür 24/7 laufen zu lassen.

    Ein Balkonkraftwerk wäre da wahrscheinlich die sinnvollere Investition, wobei ich in dem Bereich noch keine eigenen Erfahrungen sammeln konnte.

    VG

    Dung