Von dem, der eigentlich keinen Pool wollte.

Aus einer spontanen Idee am 25. April 2020 wurde mein größtes Gartenprojekt. Nach dem Neubau 10 Jahre zuvor hatten wir einen zweckmäßigen, günstigen und pflegeleichten Garten angelegt. Am Anfang der Corona-Zeit haben wir dann ganz spontan entschieden, all das im Garten umzusetzen, von dem wir schon immer gesprochen hatten. Keine Sorge, ich werde mich hier auf den Pool konzentrieren und nicht auf all die anderen Teilprojekte, nur kurz angerissen; Gartenbewässerung, neuer Sitzplatz, Rasenroboter, neue Terrasse, neues Terrassendach, Pool, Gartenhütte, Licht, Bepflanzung …

Aus der ersten spontanen Idee wurde allerdings immer mehr und mehr, inklusive einem Pool für die Jungs. Ich muss gestehen, ich war immer gegen einen festen Pool. Der nicht abzuschätzende Aufwand (auch bei der Pflege), die Kosten und der zu erwartende Nutzwert haben mich abgeschreckt.

Aber vorab schon einmal so viel, ich bereue es nicht, bin froh und stolz, das geschaffen zu haben, was ich hier beschreiben werde. Der Pool wurde bereits in der Bauphase von den Jungs ausgiebig genutzt und der Pflegeaufwand hält sich auch in Grenzen.

Während des Baus gab es viele Fragen, Probleme, Rückschläge, aber überwiegend Erfolgserlebnisse. Die wichtigste Informationsquelle für mich war Tom mit seiner Seite TomTuT.de, danke Tom, dir gilt mein Dank für deine Seite und die Mühe, die du dir damit gibst.

Zuerst stellten sich die Fragen:

  • Wohin mit dem Pool
  • Wie groß soll er werden?
  • Was für ein Pooltyp soll es werden?

Wir haben uns schlussendlich für einen ovalen Stahlwandpool in der Größe 5,25 m * 3,20 m mit einer Tiefe von 1,50 m entschieden.

Für Größe und Ort haben wir dann an verschiedenen Stellen im Garten mit Gegenständen den Pool „simuliert“, Pflöcke in die Erde gerammt, mit Sprühfarbe Markierungen gemalt und Flatterband gespannt.

Eine Herausforderung war, dass wir eine Wärmepumpe nutzen und für diese Wärmepumpe im Garten 20 Erdsonden, die dazugehörigen Rohre und auch ein paar Stromleitungen verteilt wurden. Die Position war mir zwar ungefähr klar, es machte die Suche nach einer passenden Position aber nicht einfacher.

Aber eins hat die Suche nach den Rohren deutlich gemacht, wir werden das Loch definitiv nicht mit der Hand ausheben, sondern einen Bagger leihen.

Am 25. Juni 2020 war es dann so weit, der Bagger ist da. Obwohl wir vorher geschaut haben, wo die Rohre der Wärmepumpe verlaufen, wird ein Rohr beschädigt. Nach dem ersten Schreck beruhigt uns aber unser Heizungsbauer und kann das Rohr schnell wieder reparieren.

Da der Pool nur etwa zu 3/4 versenkt wird, müssen die Rohre nur ein klein wenig tiefer gelegt werden. Danach ging es dann weiter mit einer ordentlich verdichteten Schotterschicht. Der Regen war bei den Temperaturen dann sogar eine angenehme Erfrischung.

Die Bewehrung und die Betonplatte selbst war dann der einzige Schritt beim gesamten Poolbau, den ich nicht selbst erledigt habe. Leider hat der Betonbauer es hier versäumt, die Eisen für die Stützwände mit in die Platte einzulegen. Da am Rand recht wenig Platz zum Arbeiten war, meinte er, die könnten später in Bohrlöcher eingebracht werden. Bedauerlicherweise stellte sich diese Idee später als schwerer Fehler heraus, aber dazu später mehr. Der Beton kam am 02.07.2020.

Und natürlich kam es, wie es kommen musste, starker Regen auf den frischen Beton. Der Wetterbericht hatte nichts davon angesagt. (Links noch vor dem Regen)

Die Betonplatte haben wir dann zwei Wochen trocknen lassen. In der Zwischenzeit haben wir den Aushub entsorgt. Die Masse an Erde hatte ich vorher unterschätzt, da gingen dann einige LKW Ladungen und später noch einige kleine Absetzcontainer weg.

Ich habe mich entschieden, unter dem Pool Styrodur auszulegen. Auf die Idee, darüber noch Laminat zu legen, bin ich erst später gestoßen. Ich habe aber bisher noch keine “Dellen” am Boden festgestellt. Und ehrlich gesagt würden die mich auch nicht weiter stören.

Die seitlichen Stützwände sind übrigens mit Schalungssteinen und passender Bewehrung erstellt worden.

Ein  wenig Sorgen habe ich mir erst gemacht, da durch den starken Regen nach dem Betonieren ein Gefälle in der Betonplatte entstanden ist. Im Nachhinein hat sich aber herausgestellt, dass das Gefälle auf der gesamten Platte ca. 1 cm ausmacht und vernachlässigt werden kann.

Die Styrodur Platten und der Stahlwandpool wurden übrigens am 18.07.2020 aufgebaut. Der Aufbau der Stahlwand stellte sich wesentlich einfacher dar, als vorher befürchtet.

Danach konnte ich die Folie einhängen, sie mit dem Handlauf fixieren und Wasser einlassen. Mit nur ein paar cm Wasser konnte die Folie recht gut glatt gezogen/gestrichen werden. Einige sehr wenige Falten wollten aber partout nicht verschwinden. Hier sammelt sich jetzt immer ein wenig Dreck, der Pool-Roboter bekommt die Ecken aber problemlos sauber.

Die Stahlwand habe ich anschließend noch mit Styrodur und Folie von außen verkleidet, um später noch den Magerbeton sauber um den Pool zu gießen, habe ich eine Schalung aus Betoplanplatten gebaut.

Das Wasser im Pool wurde dann nach und nach um jeweils 30 cm erhöht und von außen Schicht für Schicht der Magerbeton in die Schalung eingebracht.

Und nun zu meiner Poolbau-Panne (Ende Juli 2020). Wie ich schon geschrieben hatte, waren keine Eisen in der Betonplatte, die in die Wände gehen, stattdessen hatte der Betonbauer anschließend Löcher in die Betonplatte gebohrt, dort Eisen eingesteckt, die dann in die Wand gingen.

Wie man auf den Bildern erkennen kann, hatte ich die Stützwände auch noch nicht von außen angefüllt.

Nachdem der Magerbeton komplett fertig und auch bereits trocken war, stellte ich fest, dass die Stützwände nicht mehr im Lot standen, eine Stützwand stand auf der gesamten Höhe von 1,4 m ca. 8 cm aus dem Lot. Schöner Mist.

Nach dem ersten Schreck habe ich das Wasser abgelassen und in Ruhe überlegt, wie ich den Pool retten kann. Nach einigen Kopfschmerzen habe ich die beiden zuletzt erstellten Magerbetonschichten wieder entfernt. Mit dem Schlaghammer; zwei Tage lang …

Die Wand konnte ich dann mit einem Hydraulikstempel wieder gerade rücken. Anschließend die Stahlwand kontrolliert und zu meiner Erleichterung war nichts weiter kaputtgegangen.

Danach das gleiche Spiel wie vorher erneut jede Menge Magerbeton selbst anmischen und wieder auffüllen. Vorher habe ich allerdings die Stützwände von der Außenseite her angefüllt und gut verdichtet.

Diese Poolbau Panne hat mich eine Woche Zeit, viel Magerbeton und einige graue Haare gekostet.

Ich wurde dann aber dadurch entschädigt, dass die Jungs direkt danach den Pool ausgiebig getestet hatten und richtig Spaß hatten. Denen war es auch vollkommen egal, ob das Rundherum fertig ist oder nicht.

In den folgenden Tagen habe ich dann die Pool-Technik provisorisch angeschlossen. Für die Technik hatte ich eine neue Gartenhütte geplant, die aber noch nicht geliefert wurde.

Im Nachhinein hat es sich als Glücksfall herausgestellt, da eine Klebeverbindung nicht ganz dicht war und mir dies sonst gar nicht aufgefallen wäre. Hier mein Hinweis, die zu klebenden Teile bitte immer gut von Staub befreien und gut mit dem Reiniger vorbereiten.

Im August hatten dann andere Teile im Garten eine höhere Priorität. Der Pool war aber so weit, dass er zumindest schon genutzt werden konnte. Es wurde lediglich ein wenig angefüllt und etwas Rollrasen kam auf einer Seite dazu. Die Gartenhütte, in der auch die Pool-Technik untergebracht werden sollte, habe ich in der Zeit ebenfalls aufgebaut.

Am 04. November 2020 habe ich den Pool eingewintert und das Pool-Bau-Jahr 2020 beendet.

Weiter im Jahr 2021

Auswintern im Mai 2021; im Hintergrund die neue Gartenhütte, in der auf der rechten Seite in einem kleinen Raum die Pool-Technik untergebracht werden soll. Auf das Dach sollen Solarplatten für den Pool.

Die Steine für die geplante Pool-Mauer liegen nur lose da, um einen optischen Eindruck zu bekommen.

Die 50 mm Flex Schläuche sind inzwischen in der Erde verschwunden. Ich habe alle Schläuche zusätzlich in KG Rohren verlegt. Auf diese Weise kann ich sie notfalls austauschen und die Schläuche sind besser geschützt (vielleicht auch besser isoliert?).

Als Abdeckung habe ich eine Solarfolie gekauft, oben transparent und unten schwarz. Da ich keine Pool-Beleuchtung habe, muss die Folie für mich nicht durchsichtig sein. Ich erhoffe mir so einen Wärmeerhalt und wenig Algenbildung.

Das Gestell zum Aufrollen stelle ich neben den Pool, wenn ich es nicht benötige. Gestell mit Folie ist so leicht, dass selbst meine Jungs es problemlos wegstellen können.

Wie man auf den Bildern auch erkennen kann, habe ich rund um den Pool ein Fundament für die Pool-Mauer erstellt. Die erste Reihe wird perfekt mit einem Laser ausgerichtet.

Für die Solarplatten muss ich die Rohre durch die Dachhaut der Gartenhütte nach oben führen, hier habe ich mir Hilfe geholt, um die Durchführung fachgerecht dicht zu bekommen. Die Platten waren temporär mit Betonplatten gegen Sturm gesichert. 

Für die Arbeiten habe ich mir im Juni 2021 einen der heißesten Tage ausgesucht und mir bei den Arbeiten auf dem Dach die Knie verbrannt.

Bisher hatten wir eine gepflasterte Terrasse, für den Pool haben wir allerdings ein Sonnendeck aus Holz geplant. Um mit dem Sonnendeck beginnen zu können, musste die Pool-Mauer auf der Seite fertig sein.

Die erste Reihe der Mauer liegt übrigens in Mörtel und die restlichen Reihen habe ich mit Konstruktionsklebstoff aufgeklebt. Hält bombig.

Parallel zur Mauer und zur Terrasse habe ich immer mal wieder an der Pool-Technik weiter gebaut, meist dann, wenn ich es in der Sonne nicht mehr ausgehalten habe. Die Dämpfe vom PVC Kleber in einer warmen Hütte waren aber auch nicht ohne.

Hier die erste Version der Verrohrung, hat sich im Nachhinein noch mal geändert. Wie man sehen kann, habe ich noch keine automatische Dosierungsanlage. Ich hatte zuerst an eine Salzanlage gedacht, hier wurde mir dann aber gesagt, dass dies für Stahlwandpools nicht die optimale Lösung sei.

Über der bereits verbauten UV-C Lampe habe ich aber ausreichend Platz, um noch eine Dosierungsanlage einbauen zu können (Projekt 2022).

Im Juli 2021 habe ich die Pool-Mauer so weit fertig geklebt und das Sonnendeck fertiggestellt. Um einen optisch schönen Abschluss der Mauer zu haben, haben wir uns überlegt, hier ebenfalls das Holz der Terrasse zu verwenden. Auf die mauer habe ich eine Konterlattung aufgebracht, die Höhe habe ich mit Gummigranulatmatten ausnivelliert und darauf dann die Dielen geschraubt. Die Dielen in den Rundungen habe ich entsprechend trapezförmig zugeschnitten und die Kanten gefräst.

Auf dem Bild kann man neben dem Unterbau auch unseren neuen Mitbewohner sehen, unser Pool-Roboter, der sich seit dem um die Sauberkeit im Pool kümmert. Auch hier muss ich sagen, eine absolut lohnenswerte Anschaffung.

Den Pool habe ich im Oktober 2021 wieder eingewintert und wart nun auf passende Temperaturen zum auswintern.

In diesem Jahr stehen dann noch einige Erweiterungen an, zum einen wünschen sich die Jungs eine Schwalldüse (die Rohre habe ich direkt mitverlegt) und zum anderen soll eine Wärmepumpe für den Pool her. Diese wird dann tagsüber mit Strom aus der Photovoltaikanlage versorgt.

Ich würde mich freuen, wenn dem ein oder anderen ein paar nette Anregungen geben konnte oder ich helfen konnte, Fehler zu vermeiden. Bei Fragen gerne fragen.

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Kommentare

  1. Ich plane auch die Eisen für die Seitenwände erst später in Bohrlöcher einzusetzen, da ich nicht zu gross ausheben will und es dann mit dem Abziehen des Betons einfacher ist. Allerdings plane ich die Bewährung mit Würth Injektionsmörtel in der Betonplatte zu fixieren. Hattest du deine Eisen nicht fixiert oder wie kam es, dass sich die Wand neigte?

    1. Hallo Marcus,
      die Eisen wurden in den Bohrlöchern fixiert, allerdings war der Druck des Wassers so gross, dass das nicht ausgereicht hat. Ich würde die Eisen jetzt immer als L-Eisen mit in die Botenplatte einlegen. In meinem Fall kam noch dazu, dass ich noch nicht angefüllt hatte und die Mauern frei standen.
      Gruß Torsten

Dirk Nennen

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